Atome für den Frieden

In einer Rede vor der UNO-Vollversammlung versprach der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower 1953, dass die Vereinigten Staaten andere Länder bei der Entwicklung der atomaren Technologie unterstützen würden. "Atome für den Frieden" lautete das programmatische Motto: Die kontrollierte Kernspaltung sollte die westlichen Wohlstandsgesellschaften mit praktisch grenzenloser Energie versorgen.
Eisenhower ging auch auf den atomaren Wettlauf zwischen der Sowjetunion und den USA ein. Eine Situation hinzunehmen, in der „zwei Atomkolosse dazu verdammt sind, einander auf unabsehbare Zeit über die zitternde Welt hinweg übelwollend zu beobachten“, hieße sich damit abzufinden, „dass die Menschheit den langwierigen, mühsamen Aufstieg von der Barbarei zu Anstand, Recht und Gerechtigkeit immer wieder von vorn anfangen muss“, erklärte der Präsident. Deshalb wolle er im Namen der Vereinigten Staaten einen Ausweg weisen, „um aus dem dunklen Gruselkabinett wieder ans Licht zu treten und einen Kurs einzuschlagen, bei dem sich Menschen in aller Welt geistig, seelisch und moralisch auf ein Zukunft voller Frieden, Glück und Wohlergehen einstellen können“. Eisenhower schlug vor, das alles solle unter dem Dach einer internationalen Atomenergie-Organisation realisiert werden. Dazu wurde einige Jahre später am 29. Juli 1957 die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) in Wien gegründet.
Die Vision fand ein enormes Echo, schließlich gründete sie auf Vorstellungen, die seinerzeit alle politischen Lager teilten: Glauben an die Wissenschaft, Wachstumsdenken, Hoffnung auf Frieden. Das Ergebnis war eine regelrechte Atomeuphorie. Wer sich in den fünfziger Jahren irgendwie zukunftsbewusst und fortschrittsorientiert wähnte, der glaubte an das friedliche Atom. LL (Quelle: Stephanie Cooke: Atom. Die Geschichte des nuklearen Zeitalters, S. 139ff.)
Bearbeitungsstand: April 2014