Atomwaffendoktrin der USA

engl.: US Nuclear Posture

Am 6. April 2010 veröffentlichte die US-Regierung die neu überprüfte US-Atomwaffendoktrin (NPR = Nuclear Posture Review). Die Doktrin wurde bereits Ende 2009 erwartet, durch zähe Verhandlungen zwischen dem Weißem Haus und dem Pentagon jedoch immer wieder verzögert.

Hauptaussage der neuen Doktrin ist: Um eine Welt ohne Atomwaffen erreichen zu können, muss zunächst die Weiterverbreitung von Atomwaffen beendet und nuklearer Terrorismus verhindert werden. Dafür wollen die USA den Atomwaffensperrvertrag und die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) stärken. Letztere kontrolliert die Einhaltung des Vertrags. Darüber hinaus soll der Vertrag auch konsequenter umgesetzt werden.

Währenddessen werden die USA weiterhin im Besitz eines robustes Atomwaffenarsenals bleiben, allerdings mit einer reduzierten Rolle in der Gesamt-Militärstrategie. Sie versprechen zusätzlich, innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahren „nachweisbare Fortschritte“ bei der Erfüllung des Artikel VI des Atomwaffensperrvertrags (Abrüstungsverpflichtung) zu leisten.

Die grundlegende Rolle der US-amerikanischen Atomwaffen ist die Abschreckung nuklearer Angriffe auf die USA oder einen ihrer Bündnispartner. Die Rolle der Atomwaffen bei der Abschreckung konventioneller Angriffe wird künftig weiter reduziert. Allerdings sind die USA momentan nicht bereit, eine Abschreckungspolitik allein gegen Nuklearangriffe zu betreiben, streben jedoch eine Situation an, in welcher solch eine Politik angenommen werden kann.

Mit der überarbeiteten Atomwaffendoktrin haben die USA die so genannten „negativen Sicherheitsgarantien“ verstärkt. Dies bedeutet, dass die USA somit gegenüber Ländern, die keine Atomwaffen besitzen, Vertragsparteien im Atomwaffensperrvertrag sind und ihren Vertragsverpflichtungen nachkommen, garantieren, Atomwaffen weder gegen sie einzusetzen, noch sie mit diesen zu bedrohen.

Hier den vollständigen Artikel zur US-Atomwaffendoktrin 2010 lesen

Bearbeitungsstand: April 2010

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