Atomare Schwellenländer

engl.: nuclear threshold states

Neben den offiziellen Atomwaffenstaaten USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich gibt es weitere Staaten, die im Besitz von Atomwaffen sind oder an der Entwicklung von Atomwaffen arbeiten. Diese Staaten bezeichnet man als »atomare Schwellenländer«. Ursprünglich handelte es sich dabei um Argentinien, Brasilien, Indien, Israel, Pakistan und Südafrika. Seit 1998 sind Indien und Pakistan nachweislich im Besitz von Atomwaffen, haben aber bisher den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet. Israel verfügt mit Sicherheit über mehrere hundert einsatzbereite Atomsprengkörper, ohne dies offiziell einzugestehen. Argentinien, Brasilien und Südafrika haben ihre Atomwaffenprogramme eingestellt und unterliegen regelmäßigen Kontrollen der Internationale Atomenergie Organisation (IAEO). Auch der Irak zählt nicht mehr zu den »atomaren Schwellenländern«, nachdem eine unabhängige US-Kommission festgestellt hat, dass das Land über keine biologischen und chemischen Waffen mehr verfügt und sein Atomprogramm untauglich ist. Ungeklärt ist die Lage zurzeit im Fall Iran, der von den westlichen Ländern verdächtigt wird, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Spätestens seit 1992 gehört auch Nordkorea zu den atomaren Schwellenländern. Auch hier ist die Lage derzeit ungeklärt. (LL)

Bearbeitungsstand: April 2008

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