Atomgranaten

engl.: nuclear grenades

Am 25. Mai 1953 testet die US-amerikanische Armee in der Wüste von Nevada erstmals ein Artilleriegeschoss mit atomarer Sprengladung. Die mit einem 280-mm-Geschütz abgefeuerte Granate, die etwa die Sprengkraft der über Hiroshima abgeworfenen Uranbombe hatte, explodierte in 10 km Entfernung von der Abschussstelle. Bereits im selben Jahr stellte die US-Armee in Mainz erstmals ein Geschütz der Öffentlichkeit vor, mit dem Atomgranaten verschossen werden konnten. Insgesamt wurden sechs dieser Atomgeschütze mit einer Reichweite von ja 32 km in Westdeutschland stationiert. Die damit einsetzbaren Atomgranaten sollten eine Explosivkraft haben, die etwa halb so groß war wie die auf Hiroshima abgeworfene Atombombe.

Die Masse der in Westdeutschland in den so genannten »Sondermunitionslagern« eingelagerten Atomgranaten hatten das Kaliber 155 mm und wogen ca. 100 Kilogramm. Vermutlich lagerten in der Bundesrepublik ca. 1000 Atomgranaten des entsprechenden Kalibers. Die Granaten wurden aus der Panzerhaubitze M109 verschossen, über die jede Heeresbrigade verfügte. Zusätzlich verfügten die Artilleriekommandos der drei Bundeswehrkorps über langrohrige 155 mm Kanonen M107 »Mad Dog«, mit denen taktische Atomgranaten über eine Entfernung von 32 km verschossen werden konnten. Hinzu kamen Feldhaubitzen mit dem größten Rohrkaliber der Bundeswehr mit 203 mm, womit ebenfalls Atomgranaten abgefeuert werden konnten. (LL)

Bearbeitungsstand: März 2010

Siehe auch: Sondermunitionslager

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