Atomgeschütze

Im Jahr 1953 stellte die US-Armee in Westdeutschland erstmals ein Geschütz vor, mit dem Atomgranaten verschossen werden konnten. Das als »Atom-Annie« bezeichnete Geschütz hat eine Reichweite von 32 Kilometern. Die damit verschossenen Atomgranaten sollten eine Explosivkraft von ca. 16 KT haben, und damit etwa so groß sein wie die auf Hiroshima abgeworfene Atombombe. Es wurden insgesamt 16 Geschütze in Westdeutschland stationiert.

Mitte der 1980er Jahre entwickelte die Bundesrepublik gemeinsam mit italienischen und britischen Partnern eine NATO-einheitliche Panzerhaubitze vom Kaliber 155 Millimeter. Das Geschütz war in der Lage Atomgranaten u. Neutronenbomben des gleichen Kalibers zu verschiessen. Mit dem gleichen Fahrgestell gab es noch die langrohrige 155 mm Kanone M107 »Mad Dog«, mit der taktische Atomgranaten über eine Entfernung von 32 km verschossen werden konnten. Hinzu kamen Feldhaubitzen mit dem größten Rohrkaliber der Bundeswehr mit 203 mm, womit ebenfalls Atomgranaten abgefeuert werden konnten. (LL)

Bearbeitungsstand: März 2011

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