Nagasaki

Die Bevölkerung Nagasakis wird zum Zeitpunkt der Bombardierung auf 240.000 bis 260.000 Menschen geschätzt. In Nagasaki befanden sich etwa 30 Prozent der Bevölkerung 2.000 Meter oder weniger vom Hypozentrum entfernt.

Um 11 Uhr und 2 Minuten Ortszeit wurde die Bombe auf Nagasaki von dem B-29-Flugzeug mit dem Namen "Bock's Car" abgeworfen. Die Atombombe von Nagasaki wurde aufgrund ihrer Form "Fat Man" genannt. Sie enthielt Plutonium 239, war 4,5 Meter lang, hatte einen Durchmesser von 1,5 Metern und wog 4,5 Tonnen. Die Explosionskraft der Atombombe entsprach 22 Kilotonnen TNT. Der Sprengpunkt befand sich etwa in einer Höhe von 503 Metern.
 
Atombombe "Fat man"Die Explosion hat ihren Eingang in die japanische Sprache gefunden. Das Wort Pikadon bezeichnet den unglaublichen Knall und das Aufblitzen des Lichtes der Explosion, das viele Menschen erblinden ließ. Die Schäden durch die Druckwelle waren aufgrund der größeren Sprengkraft schwerer als die in Hiroshima. Die Zerstörungskraft der Atombombe überstieg bei weitem Nagasakis Rettungskapazitäten. Ungefähr 22.000 Menschen starben am Tag des Angriffs, 42.000 wurden verletzt (Tabelle 3). Die medizinische Universität Nagasaki und ihr Krankenhaus, das wichtigste Versorgungszentrum war zerstört und viele Ärzte getötet oder verletzt. Was die Stadt an medizinische Notversorgungsmaßnahme vorbereitet hatte, war bis aufs Letzte zugrunde gerichtet worden.

Tabelle 3: Zivile Todesopfer und Mortalitätsraten für Hiroshima und Nagasaki.
Die Bevölkerungszahlen sind auf das nächste Tausend gerundet.

Anzahl der Opfer
binnen 4 Monaten
HiroshimaNagasaki
Gesamtzahl der Opfer136.00064.000
Tote am Angriffstag45.00022.000
Tote nach dem Angriffstag19.00017.000
Tote innerhalb von 4 Monaten64.00039.000
Verletzte am Angriffstag91.00042.000
Überlebende Verletzte72.000

25.000

* Von diesen starben 86,5% innerhalb von 20 Tagen
** Von diesen starben 90% innerhalb von 20 Tagen

Quelle Ohkita, Takeshi, Akute medizinische Auswirkungen in Hiroshima und Nagasaki. In Chivian, Eric und Susanna, u.a. (Hrsg.), Last aid. Die medizinischen Auswirkungen eines Atomkrieges, Erste Auflage, Heidelberg 1985, S. 85.

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