2010

Sechs Minuten vor Zwölf: Ein neuer politischer Wille besteht, die Gefahren durch Atomwaffen und Klimawandel abzuwenden. Die Regierungen in Russland und den USA verhandeln eine weitere Reduzierung der Atomwaffen. Die Klimakonferenz in Kopenhagen signalisierte trotz mangelnder verbindlicher Regelungen, dass die Staaten eine Verringerung der Treibhausgase anstreben.

12.01. Ein iranischer Nuklearwissenschaftler ist durch eine Bombe vor seinem Haus getötet worden. Die iranische Führung wirft den USA und Israel einen Mordanschlag vor.

13.01. Die USA erteilt Nordkoreas Forderung nach einem bilateralen Friedensvertrag als Vorbedingung für neue Abrüstungsgespräche eine Absage.

25.02. Indien und Pakistan nehmen ihre ersten Gespräche seit den Anschlägen von Mumbai im Jahr 2008 auf.

06.04. Eine neue US-Atomwaffendoktrin wird vom Präsidenten Barack Obama vorgelegt. Atomwaffen sollen bei der Verteidigung des Landes eine geringere Rolle spielen als bisher. So soll für die USA ein Ersteinsatz dieser Waffen künftig nur noch unter eingeschränkten Bedingungen infrage kommen.

08.04. Der neue START-Vertrag wird in Prag von Präsidenten Obama und Medwedew unterzeichnet. Laut Vertrag sollen die strategischen Atomwaffen der beiden Länder um ca. ein Drittel reduziert werden.

02.11. Der britische Premierminister Cameron und der französische Präsident Sarkozy unterzeichnen einen Kooperationsvertrag über gemeinsame Forschung und Testen von Atomwaffen.

12.11. Eine neue „hochmoderne“ Urananreicherungsanlage wird vom US-amerikanischen Wissenschaftler Siegfried Hecker auf einer Reise nach Nordkorea am 12. November 2010 in Yongbyon entdeckt.

22.12. Der US-Senat ratifiziert den neuen START-Vertrag. Unerwarteterweise schlossen sich den demokratischen Senatoren sogar 13 republikanische an. Damit fiel die Entscheidung mit 71 zu 26 Stimmen.

2011

11.01. US-russische Vereinbarung über die nukleare Kooperation in den nächsten 30 Jahren tritt in Kraft.

14.01. Der russiche Duma ratifiziert den neuen START-Vertrag. START begrenzt die Anzahl der strategischen Atomwaffen Russlands und der USA auf 1.550.

15.01. Laut einem Artikel in der New York Times wurde der Computerwurm „Stuxnet“, der angeblich dem iranischen Atomprogramm geschadet hatte, im israelischen Atomkomplex Dimona mit US-Hilfe getestet.

11.03. Fukushima Atomkatastrophe

24.03. Die neue russische mobile "Jars"-Interkontinentakrakete wird in Betrieb genommen.

24.05. Die IAEO veröffentlichte einen Bericht über ihre Untersuchungen bezüglich eines mutmaßlichen Reaktors in Syrien, der sich noch im Bau befand als er von Israel zerstört wurde. In diesem Bericht stellt die IAEO die Beweise vor, die sie in den letzten Jahren gesammelt hat und kommt zu dem Schluss, „dass das zerstörte Gebäude sehr wahrscheinlich ein Atommeiler war“.

23.07. Der iranische Atomwissenschaftler Dariusch Rezaie wird durch Schüsse vor dem Kindergarten seiner Tochter getötet. Der Iran vermutet Israel hinter dem Anschlag.

08.11. Die IAEO veröffentlicht einen Bericht über das Atomprogramm des Irans, der weltweit Aufsehen erregt, weil er, anders als alle Berichte zuvor, unmittelbar auf eine mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms eingeht. »Iranchronik

2012

12.01. Das Bulletin of the Atomic Scientists hat die Doomsday Clock (Atomkriegsuhr) als Reaktion auf fehlende Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung, fehlende Maßnahmen gegen den Klimawandel und zunehmende internationale Spannungen auf fünf Minuten vor zwölf, um eine Minute vorgestellt.

21.02. Das erste von drei neuen U-Booten wurde in Kiel für Israel zu Wasser gelassen. Es soll über Raketenschächte für Atomwaffen verfügen.

28.02. US-Verteidigungsminister Panetta und Geheimdienstdirektor Clapper verkünden stellvertretend für die 16 US-Nachrichtendienste, sie sähen keine Hinweise darauf, dass die Islamische Republik Iran entschieden habe, Atomwaffen zu entwickeln.

01.03. Die USA und Nordkorea vereinbaren, dass Nordkorea die Entwicklung von Atomwaffen und sein Raketenprogramm einfriert. Im Gegenzug sichern die USA zu, 240.000 Tonnen Lebensmittel an Nordkorea zu liefern.

14.03. Der britische Oberste Gerichtshof entscheidet mit einer 4 zu 3 Mehrheitsabstimmung gegen eine Sammelklage von Tausend Atomtestopfern gegen das britische Verteidigungsministerium.

16.04. Nordkorea versucht, einen Satelliten ins All zu bringen, scheitert aber. Der Raketentest wird von den USA und anderen Ländern scharf kritisiert.

19.04. Indien führt erneut einen Raketentest (Agni-5) durch. Agni-5 hat eine Reichweite bis Beijing und Shanghai.

02.05. Die Schweiz verliest ein von 16 Staaten getragenes Statement zur humanitären Dimension nuklearer Abrüstung in der ersten Vorbereitungskonferenz zur Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages in Wien.

16.08. Minhas Air Force Base in Pakistan, wo Atomwaffen gelagert sein können, wird von Bewaffneten angegriffen. Neun Menschen kommen ums Leben, darunter acht Angreifer.

17.09. Die Mongolei wird von den offiziellen Atomwaffenstaaten als atomwaffenfreier Staat anerkannt. Sie versprechen den atomwaffenfreien Status des Landes respektieren.

20.09. Israel lehnt eine Teilnahme an der Konferenz zur Einrichtung einer Massenvernichtungswaffenfreien Zone im Nahen Osten ab. Am 23. November sagt die USA die Konferenz ab, die im Dezember 2012 in Helsinki hätte stattfinden sollen.

22.10.. Die Schweiz verliest ein von 35 Staaten getragenes Statement zur humanitären Dimension nuklearer Abrüstung im ersten Ausschuss der Generalversammlung der Vereinten Nationen.

28.10. Das britische Verteidigungsministerium unterschreibt einen Vertrag in Höhe von 562 Millionen US-Dollar für die Entwicklung einer neuen Generation von atomar bewaffneten U-Booten.

05.12. Die USA führen ihren 27. subkritischen Atomtest unter dem Namen "Pollux" durch.

12.12. Nordkorea startet erfolgreich eine satellitbestückte Rakete ins All. Die NATO befürchtet, das Programm diene dazu, Langstreckenraketen mit Atomwaffen bestücken zu können.

2013

22.01. Der UN-Sicherheitsrat verhängt einstimmig weitere Sanktionen gegen Nordkorea. Die verabschiedete Resolution verurteilt den Raketenstart im Dezember 2012 und fordert die Einstellung derartiger Provokationen sowie das sofortige Ende seines Atomprogramms. [Im Wortlaut]

12.02. Nordkorea führt ohne Vorankündigung den dritten und bisher stärksten Test einer Atombombe durch.

05.03. Eine Staatskonferenz zu den humanitären Auswirkungen von Atomwaffen geht in Oslo zu Ende. 128 Staaten nehmen auf Einladung Norwegens teil. Mexiko kündigt eine Folgekonferenz an, die im Februar 2014 stattfindet.

05.03. Nordkorea kappt die direkte "Hotline" zu Südkorea.

07.03. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet Resolution 2094 einstimmig, die weitere Sanktionen gegen Nordkorea verhängt und bestehende Sanktionen bekräftigt. Im Wortlaut

25.04. Südafrika verliest ein von 80 Staaten getragenes Statement zu humanitären Auswirkungen von Atomwaffen in der zweiten Vorbereitungskonferenz zur Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages (NPT PrepCom) in Genf.

14.05. Die auf Norwegens, Mexikos und Österreichs Initiative eingerichtete „Ergebnisoffene Arbeitsgruppe zu nuklearer Abrüstung” (Open-Ended Working Group on Nuclear Disarmament, OEWG) nimmt ihre Arbeit auf.

26.09. Am Rande der Jahresversammlung der Generalversammlung der Vereinten Nationen findet das hochrangige Treffen zur nuklearen Abrüstung (High Level Meeting) statt.

24.11. Im jahrelangen Atomstreit erreichen die so genannte P5 (die fünf UN-Vetomächte) und Deutschland eine Einigung mit dem Iran. Der Iran darf weiter Uran bis zu fünf Prozent anreichern. Es dürfen keine zusätzlichen Zentrifugen jeglicher Art installiert werden. Rund die Hälfte der Zentrifugen in der Atomanlage von Natans und drei Viertel der Zentrifugen in der unterirdischen Anlage Fordow werden stillgelegt. Der Schwerwasserreaktor Arak darf nicht in Betrieb genommen werden. Dafür werden bestimmte Sanktionen vorläufig aufgehoben.

2014

15.01. Unter dem Vorwurf, bei einer Leistungsprüfung geschummelt und die Antworten für einen der monatlichen Standardtests per SMS entgegengenommen zu haben, suspendiert die US-Luftwaffe 34 Angehörige einer für die Bewachung von Atomraketen zuständigen Einheit auf dem Stützpunkt Malmstrom im US-Bundesstaat Montana.

13./14.02. 146 Staaten treffen sich gemeinsam mit UN-Organisationen und der Zivilgesellschaft in Nayarit (Mexiko) zur zweiten Konferenz über die humanitären Folgen von Atomwaffen. Angesichts der erschreckenden Erkenntnisse wird deutlich: Es gibt ein tiefes Bedürfnis der atomwaffenfreien Staaten, nach langem Stillstand den Druck zur Abrüstung zu verstärken. Österreich erklärte sich bereit, die nächste Konferenz zum gleichen Thema auszurichten.

24.04. Die Republik der Marshallinseln leitet ein Klageverfahren beim Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag ein. Ziel ist es, die Atomwaffenstaaten für die Verletzung des Völkerrechts und den Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag zur Rechenschaft zu ziehen.

20.10. In einer gemeinsamen Erklärung bei der UN-Generalversammlung warnen 155 Staaten vor der Gefahr eines Atomkriegs. Der Einsatz nuklearer Waffen hätte "katastrophale humanitäre Auswirkungen, die kein Staat und keine internationale Organisation bewältigen kann." Sie dürften deshalb "unter keinen Umständen" eingesetzt werden.

09.12. Am Ende der dritten Staatenkonferenz zu den humanitären Folgen von Atomwaffen, verpflichtet sich Österreich, die Rechtslücke bezüglich der Ächtung von Atomwaffen zu schließen und lädt andere Staaten dazu ein, dieser Selbstverpflichtung (Austrian Pledge, später Humanitarian Pledge) anzuschließen.

2015

22.01. Die Weltuntergangsuhr (Doomsday Clock) wird zwei Minuten vorgestellt. Damit zeigt sie drei Minuten vor Zwölf. Die Begründung der Uhrumstellung: Die Kombination von Klimawandel auf der einen Seite und massiven Programmen zur Atomwaffenmodernisierung und einem Stillstand in der Abrüstung auf der anderen Seite, erhöhten die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges.

22.01. Zwei republikanische Abgeordnete adressieren einen Brief an den US-Verteidigungsminister Chuck Hagel und Außenminister John Kerry, in dem sie vorschlagen, wegen der angeblichen Gefahr aus Russland in den osteuropäischen Staaten Atomwaffen zu stationieren.

19.02. In einer Rede auf dem Militärflugplatz Istres-Le Tubé in Südfrankreich betont Präsident Francois Hollande einmal mehr Frankreichs Absicht, weiterhin an seiner nuklearen Abschreckungstaktik festzuhalten.

20.02. Eine Behörde in Rheinland-Pfalz verbietet einem Friedensaktivisten, atomwaffenkritische Flugblätter vor dem Fliegerhorst in Büchel zu verteilen. Doch das Verwaltungsgericht Koblenz hält das Verbot für rechtswidrig.

02.04. Die P5+1 einigen sich mit Iran auf Eckdaten zum iranischen Atomprogram. Der Iran verpflichtet sich, sein nukleares Anreicherungspro­gramm von bis zu 25 Jahre Beschränkungen und Kontrolle zu unterwerfen. In den ersten zehn Jahren müssen mehr als zwei Drittel der bestehenden Anreicherungskapazitäten unter permanenter Aufsicht stillgelegt werden.

17.05. Die schottische Zeitung Sunday Herald berichtet, dass ein Ingenieur auf dem Atom-U-Boot HMS Victorious gravierende Probleme mit dem britischen Atomwaffensystem gemeldet habe. In seinem 18-seitigen Bericht beschreibt er Zustände auf den U-Booten, die einem "vorprogrammierten Desaster" gleichkämen.

NPT 2015, Foto: ICAN Germany22.05. Nach intensiven Verhandlungen geht die Überprüfungs-Konferenz des Atomwaffensperrvertrags in New York ohne Einigung zu Ende. 107 Regierungen verpflichten sich, für ein Verbot und die vollständige Vernichtung von Atomwaffen einzutreten und schließen sich dem „Humanitarian Pledge“ an.

29.05 Nach 30 Blockadetagen mit 34 unterschiedlichen Blockadegruppen und 350 beteiligten AktivistInnen geht die Blockadekampagne büchel65 mit einer Blockade von sieben Toren des Atomwaffenstandorts Büchel zu Ende.

06.06. Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart wird mit großer Mehrheit eine Resolution mit dem Titel „Ökumenisch-interreligiöse Solidarisierungsaktion gegen nukleare Kriegsgefahr“ angenommen. Der Kirchenrat fordert in der Resolution die Bundesregierung auf, die österreichische Initiative für ein völkerrechtliches Abkommen zum umfassenden Verbot von Atomwaffen zu unterstützen.

14.07. Das Atomabkommen wird mit dem Iran abgeschlossen. Israel bezeichnet die Einigung als „Pfad zur Atombombe“ für den Iran. Andere sehen das Abkommen als ein gangbarer Weg, die Erzeugung von waffenfähigem Uran im Iran zu unterbinden.

Mit mehr als 120 Veranstaltungen, Kundgebungen und Mahnwachen bundesweit wird bis zum 9. August an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert und die Abschaffung der Atomwaffen gefordert. Mit einer Schweigeminute haben die Japaner der Opfer der Atombombe gedacht, die vor 70 Jahren auf Hiroshima fiel.06./09.08. Mit mehr als 120 Veranstaltungen, Kundgebungen und Mahnwachen bundesweit wird bis zum 9. August an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert und die Abschaffung der Atomwaffen gefordert. Mit einer Schweigeminute gedenken die Japaner der Opfer der Atombombe, die vor 70 Jahren auf Hiroshima fiel.

17.10. In Moskau verabschieden die Delegierten des Weltärztebunds eine Resolution, die die Entwicklung, die Produktion, das Testen sowie den Einsatz von Atomwaffen bzw. seine Androhung verurteilt. Sie forderten alle Regierungen auf, sich für die Abschaffung von Atomwaffen einzusetzen.

01.11. Die schottische Labour-Partei stimmt mit einer Mehrheit von 70 Prozent gegen die nukleare Instandhaltung des britischen Atomwaffensystems.

08.12. In der Generalversammlung verabschiedet der Vereinten Nationen mit großer Mehrheit vier Resolutionen, die ein Verbot von Atomwaffen vorantreiben sollen. 138 Regierungen sprechen sich für die Einrichtung eines neuen Unterorgans der Generalversammlung – einer „Open-Ended Working Group“ (OEWG) – aus, die Empfehlungen erarbeiten soll, wie die „völkerrechtliche Lücke“ in Bezug auf Atomwaffen geschlossen werden kann. Auch die von Österreich eingebrachte Resolution zum „Humanitarian Pledge“ bekam die Zustimmung von 139 Staaten.

2016

Laut den Herausgebern der Zeitschrift Bulletin of Atomic Scientists besteht ein unverändertes weltweites Sicherheitsrisiko durch Atomwaffen. Daher beließen sie den Zeigerstand der berühmten Doomsday Clock („Weltuntergangsuhr“) auch für das Jahr 2016 bei drei Minuten vor Mitternacht.

06.01. Nordkorea testet eine Atombombe und behauptet, sie sei eine Wasserstoffbombe.

12.01. Das fünfte von insgesamt sechs in Deutschland hergestellten U-Booten wird in Haifa in Betrieb genommen. Das U-Boot kann durch Marschflugkörper mit atomaren Sprengköpfen ausgerüstet werden.

23.03. Neue Forsa-Umfrage zeigt überwältigende Unterstützung für Atomwaffenverbot.

26.03. Die Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ setzt ihre Kampagne gegen US-Atomwaffen in Deutschland mit einer 20-wöchigen Aktionspräsenz vor dem Atomwaffenlager Büchel fort. Es werden bis zum 9.8. (Nagasaki-Tag) gewaltfreie Aktionen von zivilgesellschaftlichen Gruppen durchgeführt.

01.06. Barack Obama wird der erste US-Präsident, der Hiroshima besucht.

Juni Protestaktion in Großbritannien: Atomic Weapons Establishment in Burghfield wird mehrere Wochen blockiert.

19.07. Das britische Parlament beschließt, neue U-Boote für das Trident-Atomwaffensystem zu bauen. Die überwältigende Mehrheit stimmten mit 472 Abgeordnete dafür, 117 dagegen. Die meisten Gegenstimmen gehörten schottischen Abgeordneten.

19.08. In einer Kampfabstimmung beschließt eine Arbeitsgruppe der UN (OEWG), in ihrem Schlussbericht die UN-Vollversammlung zu empfehlen, 2017 Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot aufzunehmen.

09.09. Nordkorea testet eine fünfte Atombombe. Der Atomtest war deutlich stärker als der vorherige Test im Januar 2016, eine Wasserstoffbombe wurde aber nicht gezündet.

05.10. Der Internationaler Gerichtshof in Den Haag weist die Klage der Marshall-Inseln gegen die Atommächte Großbritannien, Indien und Pakistan ab. Dem britischen Einspruch, es gebe nicht ausreichend Beweise für das Vorliegen eines Streitfalls, wurde stattgegeben. Somit sei der Internationale Gerichtshof (IGH) nicht zuständig.

27.10. Die überwältigende Mehrheit der Staatengemeinschaft stimmt im Ersten Ausschuss der UN-Generalversammlung für die Aufnahme von Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot.

27.11. FAZ-Redakteur Berthold Kohler schreibt in einem Kommentar, Deutschland soll über die Frage einer eigenen nuklearen Abschreckungsfähigkeit erneut nachdenken.

22.12. Sowohl Donald Trump, als auch Wladimir Putin deuten an, die nuklearen Fähigkeiten ihres Landes verstärken zu wollen.

24.12. Die UN-Vollversammlung beschließt, ab März 2017 Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot aufzunehmen.

2017

18.01. Der chinesische Präsident Xi Jinping, sagte in einer Rede vor den Vereinten Nationen in Genf, dass Atomwaffen „vollständig verboten und nach und nach zerstört werden sollten, um die Welt von ihnen zu befreien.“

22.01. Es wird bekannt, dass die britische Royal Navy am 20. Juni 2016 einen gescheiterten Abschusstest ihrer Trident-Atomraketen vor der Küste Floridas durchführte.

28.01. Nach dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident schätzten die Wissenschaftler der „Bulletin of Atomic Scientists" (BAS) die Gefahr eines Weltuntergangs größer ein, insbesondere aufgrund der Bedrohungen durch Atomwaffen und den Klimawandel. Sie rücken die Zeiger auf 2 ½ Minuten vor 12.

02.02. Bei einem Besuch in Südkorea erklärte der neue US-Verteidigungsminister, James Mattis, dass ein Einsatz mit Atomwaffen durch Nordkorea eine „wirkungsvolle und überwältigende“ Reaktion der USA auslösen würde. Damit wollte er Südkorea versichern, dass die USA das Land, falls notwendig, auch mit eigenen Atomwaffen schützen würde.

17.02. Die Bundesregierung Deutschlands wird den internationalen Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot fernbleiben. Das erklärt das Außenministerium in einem Schreiben an eine Gruppe von Friedensorganisationen.

23.02. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärte US-Präsident Donald Trump seine Absicht, das russische Atomwaffenarsenal überholen zu wollen: „Solange Staaten Atomwaffen besitzen, müssen wir im Rudel ganz oben stehen“ sagte er.

23.02. Großbritannien kündigt an, dass das Land von nun ab, die Rechtssprechung des Internationalen Gerichtshofes zu Atomwaffen nicht immer verpflichtend anerkennt.

31.03. Die erste Verhandlungsrunde bei den Vereinten Nationen über einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen geht zu Ende.

06.07. In einer gemeinsamen Erklärung riefen US-amerikanische und europäische katholische Bischöfe die Staatengemeinschaft zur Zusammenarbeit auf, um eine „glaubwürdige, verifizierbare und durchsetzbare Strategie für die vollständige Eliminierung von Atomwaffen“ gemeinsam auszuarbeiten.

07.07. Nach zwei Verhandlungsrunden wurde am 7. Juli 2017 in den Vereinten Nationen in New York über einen Atomwaffenverbotsvertrag abgestimmt. Dieser wurde von 122 Staaten angenommen, Singapur enthielt sich und die Niederlanden stimmten als einziges Land dagegen.

03.08. Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland sprechen ihre Zustimmung zum neuen Verbotsvertrages aus. Die Deutsche Kommission der katholischen Kirche Justitia et Pax, die katholische Friedensbewegung Pax Christi sowie der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bekräftigen ihre Forderung nach einem Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag.

08.08. US-Präsident Donald Trump drohte indirekt mit einem Atomwaffeneinsatz gegen Nordkorea. „Mit Feuer, Wut und Macht“ würde man die aktuellen Drohungen Nordkoreas beantworten, „wie es die Welt noch nicht gesehen hat“.

30.08. Die schwedische Zeitung Svenska Dagblatt berichtet, hat US-Verteidigungsminister James Mattis seinem schwedischen Kollegen Peter Hultqvist einen eingestuften Brief geschrieben, in dem er mitteilt: Wenn Schweden den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen unterschreibe, werde dies negative Konsequenzen sowohl für die bilaterale Rüstungszusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet wie auch für die Bereitschaft der USA haben, Stockholm im Falle eines militärischen Angriffs auf Schweden zu helfen.

03.09. Laut Meldungen der Regierung in Pjöngjang hat Nordkorea am 3. September 2017 erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet. Der sechste nordkoreanische Atombombentest hatte laut der Organisation CTBTO eine Wucht, die einem Erdbeben der Stärke 6,1 auf der Richterskala entspricht.

20.09. Mehr als 50 Staaten unterschreiben den internationalen Vertrag zum Verbot von Nuklearwaffen bei den Vereinten Nationen in New York. Der UN-Generalsekretär bedankt sich bei den Vertretern von NGOs, die für das Verbot gekämpft haben. Die NATO lehnt jedoch den neuen UN-Atomvertrag einmal mehr ab.

06.10. Das norwegische Nobelkomitee verkündet, dass der Friedensnobelpreis 2017 an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) verliehen wird. ICAN erhält den Friedensnobelpreis für die Bemühungen, Aufmerksamkeit für die Folgen eines Atomwaffen-Einsatzes zu schaffen und ein vertragsbasiertes Verbot von Atomwaffen zu erreichen.

10.12. Atombombenüberlebende Setsuko Thurlow aus Hiroshima und ICAN-Direktorin Beatrice Fihn nehmen den Friedensnobelpreis im Namen der rund 500 Partnerorganisationen von ICAN in Oslo entgegen.