1998

Neun Minuten vor Zwölf: Indien und Pakistan werden Atommächte. Innerhalb von drei Wochen führen beide Länder 12 Atomtests durch. Diese Tests werden als Mangel des internationalen Willens, die Verbreitung der Atomwaffen einzudämmen, bewertet. Die USA und Russland sind nach wie vor schlechte Vorbilder für die Welt, mit mehr als 7000 Atomsprengköpfen fertig zum Abschuss innerhalb von 15 Minuten.

11. und 13.05. Indien führt eine Reihe von Atomtests durch.
 
28. und 30.05. Pakistan führt eine Reihe von Atomtests durch.
 
06.06. Störfall im Atomkraftwerk Unterweser. Ursachen sind menschliches Versagen und mangelhafte Leittechnik der Firma Siemens.

09.06. Die Regierungen von Ägypten, Brasilien, Irland, Mexiko, Neuseeland, Schweden, Slowenien und Südafrika geben die Gründung der "New Agenda Coalition" bekannt, die sich intensiv für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen will. Slowenien zieht sich (wohl auf Druck der USA) bald wieder aus dem Zusammenschluss zurück.

20.07. Wegen illegaler Lieferungen von Rüstungsgütern an Pakistan verurteilt das Landgericht einen Unternehmer aus Leonberg zu drei Jahren und neun Monaten Haft sowie einer Geldstrafe von 432 000 DM. Der Mann hat gestanden, zwischen 1988 und 1993 u.a. Zubehör für die Anreicherung von atomwaffenfähigem Uran geliefert zu haben.

08.12. Die NATO will die Option des Ersteinsatzes von Atomwaffen nicht aufgeben. Bundesaußenminister Joschka Fischer stößt mit seiner Forderung nach Abschaffung dieser Doktrin bei der NATO-Herbsttagung vor allem auf den Widerstand der Nuklearmächte USA, Frankreich und Großbritannien.

25.12. Aufgrund der von Großbritannien und den USA durchgeführten Luftschläge gegen den Irak, verzögert das russische Parlament, die Duma, die Abstimmung über die Verlängerung der START-II Frist.

27.12. Die russischen Streitkräfte stellen die ersten zehn strategischen Atomraketen einer neuen Generation in Dienst. Die Raketen vom Typ Topol-M werden bei Saratow an der Wolga stationiert.

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