1954

12.01. US-Außenminister John Foster Dulles kündigt die Politik der massiven Vergeltung an. Die Leitlinie konstatiert, dass: "die lokalen Verteidigungskräfte durch eine erweiterte Abschreckung aus massiver Vergeltungskraft verstärkt werden müssen".

21.01. Erstes atombetriebenes U-Boot USS Nautilus wird am Thames Fluss, Connecticut, zu Wasser gelassen.

 

Castle Bravo Atomtest

01.03. Die USA führen im Rahmen der Operation „Castle Bravo“ ihren größten Atomtest auf dem Eniwetok-Atoll der Marshall-Inseln durch. Durch einen Rechenfehler ist die Sprengkraft mit 15 MT mehr als doppelt so groß wie geplant. Der radioaktive Fallout erstreckt sich über eine Fläche von 7.000 qkm. Auch die Windrichtung ändert sich unerwartet, sodass sich der Fallout auf die östlich liegenden Rongelap und Rongelik Inseln niederschlägt. Aus Kostengründen waren die Einwohner nicht vor dem Test evakuiert wurden und wurden strahlenkrank.

10.04. US-Präsident Dwight Eisenhower befugt Außenminister John Foster Dulles, Frankreich zwei Atombomben anzubieten, um sie im Krieg gegen Vietnam einzusetzen. Das Angebot wird abgelehnt.

27.06. Das weltweit erste wirtschaftlich genutzte Kernkraftwerk beginnt in Obninsk, Sowjetunion, Strom zu produzieren. Der Reaktor АМ-1 („friedliches Atom“) hatte eine Bruttoleistung von 6 MW.

14.09. Die Sowjetunion führt einen Atomtest auf dem Totskoye Testgelände - 600 km nördlich von Moskau im Uralgebirge - durch und lässt rund 45.000 Soldaten direkt nach der Explosion eine Übung in der Nähe des radioaktiven Fallout machen, um ihre Leistung in einem Scheingefecht zu untersuchen.

03.11. Der originale Film Godzilla wurde zum ersten Mal in japanischen Kinos gezeigt. Der Vorfall um den japanischen Fischkutter Dai-go Fukuryū-maru (dt.: Glücklicher Drache), der am 1. März 1954 durch den Atomwaffentest Castle Bravo radioaktiv kontaminiert wurde gilt als Inspiration für den Film. Der Produzent Tomoyuki Tanaka wollte das Trauma des japanischen Volkes durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki filmisch verarbeiten.

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Zitiert:

Konrad Adenauer, 1952. Foto: Bundesarchiv

»Die taktischen Atomwaffen sind im Grunde nichts anderes als eine Weiterentwicklung der Artillerie, und es ist ganz selbstverständlich, dass bei einer so starken Fortentwicklung der Waffentechnik, wie wir sie leider jetzt haben, wir nicht darauf verzichten können, dass unsere Truppen auch jetzt bei uns - das sind ja besondere normale Waffen in der normalen Bewaffnung -, die neuesten Typen haben und die neueste Entwicklung mitmachen.«

Ehem. Bundeskanzler Konrad Adenauer, Spiegel, 15. Mai 1957