Chronik des Atomzeitalters

1930

14.12. Albert Einsteins berühmte "Zwei Prozent"-Rede in New York, in der er sagte: Wenn zwei Prozent der Wehrpflichtigen den Wehrdienst verweigern, und bereit sind, Konflikte auf internationaler Ebene friedlich zu lösen, könne es zu einem dauerhaften Frieden kommen. Die Regierungen wären dann machtlos.

1931

August Der US-amerikanische Chemiker Harold C. Urey entdeckt Deuterium (schweren Wasserstoff).

01.08. Zur Konferenz in Lyon begrüßte Albert Einstein die Delegierten der War Resisters International aus 56 Ländern mit den Worten: "Die Männer und Frauen, die Sie vertreten, können zu einer größeren Weltmacht werden als das Schwert".

1932

27.02 Der englische Physiker Sir James Chadwick veröffentlicht einen Artikel über seine Erforschung der Existenz des Neutrons. Er gilt als der Entdecker des Neutrons und bekommt 1935 der Nobelpreis für Physik für seine Entdeckung.

14.04. Die britischen Wissenschaftler John Cockcroft und Ernest Walton erzeugen mit einem Teilchenbeschleuniger den ersten Nachweis einer durch künstlich beschleunigte Teilchen ausgelösten Kernreaktion.

1938

17.12. Otto Hahn und Fritz Straßmann führen am Berlin Kaiser-Wilhelm Institut für Chemie erstmals eine Kernspaltung durch.

1939

06.01. Otto Hahn und Fritz Straßmann veröffentlichen die Entdeckung der Kernspaltung in der Zeitschrift „Die Naturwissenschaften“.

10.02. Lise Meitner und Otto Frisch veröffentlichen eine erste physikalische Deutung des Spaltungsprozesses in der englischen „Nature“. Sie können das Hahn-Straßmann-Experiment erklären: Die Neutronen spalten Urankerne. Von Frisch stammt der Name "Nuclear Fission", übersetzt heißt das
Kernspaltung.

März Die aus Ungarn stammenden Physiker Leó Szilárd, Edward Teller und Eugene Wigner suchen nach Wegen, die US-amerikanische Regierung zu veranlassen, für aktuelle Ergebnisse der Nuklearforschung Geheimhaltung anzuordnen.

August Albert Einstein unterzeichnet einen von Leó Szilárd verfassten Brief an den US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, der vor der Gefahr einer Bombe neuen Typs warnte, die Deutschland möglicherweise entwickle.

Zitiert:

Otto Hahn, 1954. Foto: Bundesarchiv

»Möchten die ungeheuren Möglich- keiten, die mit der Verwertung der Kernumwandlungen verbunden sind, zum Segen der Menschheit und nicht zu ihrer Vernichtung führen.«

Otto Hahn, Physiker