Atomwaffen und Deutschland

Die Wiederbewaffnung Deutschlands

Konrad Adenauer, 1952, Foto: Katherine Young, New York

Als Folge der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 beschlossen die alliierten Siegermächte USA, Großbritannien und die Sowjetunion auf der Potsdamer Konferenz im August 1945 die vollständige Entmilitarisierung Deutschlands. Die Armee wurde entwaffnet und aufgelöst.

Als fünf Jahre später (1950) der Korea-Krieg begann, kam es vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts in Westeuropa zu Befürchtungen, dass ein Angriff der Rote Armee auf Westdeutschland nicht grundsätzlich auszuschließen sei. Die Bundesrepublik Deutschland wäre einem solchen Angriff schutzlos ausgesetzt gewesen. Deshalb forderte der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer von den Westmächten Sicherheitsgarantien für Westdeutschland sowie die Einbeziehung in eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft.

Bereits 1954 wurde die Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO beschlossen (Pariser Verträge). Der Beitritt erfolgte am 9. Mai 1955 und war zugleich der Beginn der Wiederbewaffnung Westdeutschlands. Diese Entwicklung in Verbindung mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht führte zu erheblichen politischen Auseinandersetzungen in der westdeutschen Bevölkerung. Dessen ungeachtet trieb die Bundesregierung den Aufbau neuer Streitkräfte, die nun Bundeswehr hießen zügig voran und stimmt auch der Stationierung von Massenvernichtungswaffen auf deutschem Boden ausdrücklich zu.

Die Regierung glaubte, durch die »nukleare Teilhabe« als NATO-Mitglied an Einfluss im Bündnis zu gewinnen. In der Öffentlichkeit wurde die Gefahr der atomaren Aufrüstung systematisch bagatellisiert. So erklärte Bundeskanzler Adenauer, dass es sich bei den ersten in Deutschland eingelagerten Atomgranaten lediglich um eine ganz normale Weiterentwicklung der Artillerie handele. (LL)

Stand: März 2009

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