Neue Erkenntnisse: Auswirkungen eines regionalen Atomkrieges

Neuere Studien von 2006 und 2008 verweisen darauf, dass selbst ein regional begrenzter Atomkrieg unmittelbar das Leben von 10 Millionen von Menschen gefährden könnte und unvorhersehbare klimatische Veränderungen mit sich bringen würde. Die auf einen atomaren Schlagabtausch folgenden Hungersnöte könnten einer Milliarde Menschen das Leben kosten.

2006 hat eine Gruppe von Klimatologen auch für regionale Konflikte klimatische Szenarien durchgespielt. Zum Beispiel für einen Krieg zwischen Indien und Pakistan, bei dem jedes Land umgerechnet 50 Hiroshima-Bomben zünden würde. Die Konsequenzen wären auch hier noch beträchtlich: In diesem Fall würden mehr als fünf Megatonnen schwarzen Kohlenstoffes die Atmosphäre verdunkeln und die Temperatur - global - um 1,25 Grad fallen lassen.

2008 wurden diese Erkenntnisse von einer weiteren Wissenschaftlergruppe nicht nur bestätigt. Das Modell bezog sich ebenfalls auf die hypothetische Zündung von zwei Mal 50 Hiroshima-Bomben, nur stand diesmal nicht die Temperatur, sondern die Chemie der Atmosphäre im Mittelpunkt. Die Stratosphäre würde sich durch den Eintrag von Ruß stark aufheizen und Reaktionen von Stickoxiden in Gang setzen. Letztere sind als Ozonkiller bekannt, dementsprechend hätte das einen regelrechten Kahlschlag in der Ozonschicht der Stratosphäre zur Folge. Der Verlust betrüge global ein Fünftel, in mittleren Breiten zwischen 25 bis 40 Prozent, im Norden wären gar zwei Drittel der schützenden Moleküle zerstört.

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