
Initiativen Heute

Heute herrscht wieder viel Aktivität in Deutschland und weltweit gegen Atomwaffen und für eine atomwaffenfreie Welt.
Im Jahr 2005 haben die 60. Jahrestage der Abwürfe der Atomwaffen auf Hiroshima und Nagasaki die Höhepunkte einer internationalen Kampagne für eine atomwaffenfreie Welt bis zum Jahr 2020 gebildet. In Deutschland gibt es seit 2007 die neue Kampagne für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland "unsere zukunft - atomwaffenfrei" und international die Internationale Kampagne für die Abschaffung aller Atomwaffen (ICAN). Viele prominente Menschen haben sich zusammen geschlossen, um ein "Global Zero" zu fordern. Und: die Bürgermeister für den Frieden sowie Abgeordnete weltweit arbeiten zusammen für eine atomwaffenfreie Welt. Das Thema ist auch für junge Leute spannend und die nächste Generation ist kräftig dabei.
Kampagne "unsere zukunft - atomwaffenfrei"

Fast 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges lagern immer noch 20 Atomwaffen in Deutschland, die für den Einsatz im Ernstfall vorgesehen sind. Jede einzelne dieser Atomwaffen hat die Zerstörungskraft von mehreren Hiroshima-Bomben.
Warum sind sie noch da? Sie tragen nicht zu unserer Sicherheit bei. Ganz im Gegenteil, sie ziehen Gelder ab, die wir gegen die heutigen Bedrohungen (z.B. den Klimawandel) benötigen.
Wenn Deutschland weiterhin an Atomwaffen festhält, können wir andere Länder nicht glaubwürdig überzeugen, auf Atomwaffen zu verzichten.
Mit der Kampagne unsere zukunft - atomwaffenfrei fordern wir - ein Zusammenschluss von 50 unabhängigen Organisationen in Deutschland - einen wegweisenden Beitrag Deutschlands zu einer atomwaffenfreien Welt. Konkrete Schritte sind gefragt. Die Mitarbeit an der Einsatzplanung von Atomwaffen muss eingestellt und der Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland veranlasst werden. Es dürfen keine Kampfbomber und Soldaten für den Einsatz von Atomwaffen bereitgestellt werden.
Die Kampagne startete im August 2007 mit dem Ziel, dass Deutschland bei der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages im Jahr 2010 vor den Vereinten Nationen verkündet: "Deutschland ist atomwaffenfrei: Wir haben die nukleare Teilhabe beendet, als Schritt zu einer atomwaffenfreien Welt." 2009 hat die neue Regierungskoalition vereinbart, sich für den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen.
Homepage www.atomwaffenfrei.de
ICAN - Internationale Kampagne für die Abschaffung aller Atomwaffen

Die internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen ist eine globale Bürgerinitiative, initiiert von den Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Sie fordert Regierungen auf, über eine Atomwaffenkonvention zu verhandeln—einen Vertrag über das Verbot und die Abschaffung dieser Waffen des Terrors. Eine überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung und Regierungen möchte eine Welt ohne Atomwaffen. Ausserdem besteht eine rechtliche Verpflichtung über das Verbot und die Abschaffung von Atomwaffen zu verhandeln.
Landminen, chemische und biologische Waffen wurden bereits verboten. Nun ist es höchste Zeit die schlimmste aller Waffen zu verbieten. Die gute Neuigkeit ist: Es ist möglich. Von ursprünglich ungefähr 70.000 Sprengköpfen sind noch 23.000 in den Atomwaffenlagern. Das Einzige, was noch zur Eliminierung des Rests fehlt, ist der politische Wille.
Homepage: www.icanw.org/deutschland
Atomwaffenpolitik. lernen - erfahren - mitgestalten
Politisches Bildungsprojekt

Warum können heute in Hiroshima Menschen leben, aber in Tschernobyl nicht? Wo gibt es in Europa Atomwaffen? Warum ist das iranische Atomprogramm umstritten? Da das Grundwissen zum Thema Atomwaffen gerade unter Jugendlichen sehr gering ist, will das Bildungsprojekt "Atomwaffenpolitik. Lernen - Erfahren - Mitgestalten" diese und andere Fragen didaktisch aufgearbeitet beantworten. Der Projektkreis "Politische Bildung zu Atomwaffen", u.a. bestehend aus IPPNW Deutschland, INESAP, Pugwash, GEW NRW und M.-V., entwickelt Materialien für Schulen und Workshops der Freien Jugendarbeit. Geplant sind u.a. eine DVD, eine Toolbox und ein didaktisches Begleitheft. Schirmherr des Projektes ist Oberbürgermeister von Hannover und Bürgermeister für den Frieden, Stephan Weil.
Homepage: www.atomwaffenlernen.info
Bürgermeister für den Frieden
Mayors for Peace

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 vom Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Aus der grundsätzlichen Überlegung heraus, dass Bürgermeister für die Sicherheit und das Leben ihrer Bürger verantwortlich sind, versuchen Mayors for Peace Einfluss auf die weltweite Verbreitung von Atomwaffen zu nehmen und diese zu verhindern. Angesichts der Ankündigung der USA weitere Atomwaffen (Mini-Nukes und Bunkerbusters) entwickeln zu wollen, und anlässlich der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages im Mai 2005 in New York haben die Mayors for Peace die Dringlichkeitskampagne "2020 Vision" ins Leben gerufen.
Homepage www.mayorsforpeace.de
Das Parlamentarisches Netzwerk für nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung (PNND)

PNND ist ein überparteiliches Forum für Abgeordnete im In- und Ausland zur Zusammenarbeit, zum Informationsaustausch, zur Entwicklung gemeinsamer Strategien und zur Beteiligung an Diskussionen und Initiativen für die nukleare Abrüstung.
Das Netzwerk bietet Informationen für Abgeordnete zu Fragen der nuklearen Abrüstung und zu internationalen Treffen einschließlich der Abrüstungskonferenzen der Vereinten Nationen. Abgeordneten tauschen Ideen, Informationen und Strategien aus. PNND bildet ein Forum für die Ausarbeitung gemeinsame Strategien für Abgeordnete bei internationalen Initiativen, zum Beispiel zur Umsetzung der Abrüstungsverpflichtungen aus dem Nichtverbreitungsvertrag, zum NATO Review, oder zu Resolutionen der Vereinten Nationen. PNND bietet auch Kontakte zu Experten von Nichtregierungsorganisationen.
Homepage: www.pnnd.de
Bearbeitungsstand: Dezember 2009
Links
- www.atomwaffenlernen.info
- Kampagne "unsere zukunft - atomwaffenfrei"
- Bürgermeister für den Frieden
- Das Parlamentarische Netzwerk für nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung (PNND)
- Global Zero
- Kötter W: Routenplan zur atomwaffenfreien Welt, ND, 06.02.2010
- Ulrich S: Runter auf Null, Süddeutsche Zeitung, 03.02.2010
- ICNND Report: Eliminating Nuclear Threats, 15.12.2009
