Aktuelles | Iran

05.02.2010: 

Kursänderung im Atomstreit

Iranischer Präsident Ahmedinejad, foto: Daniella Salzmann

In den Konflikt um das Atomprogramm Irans kommt überraschend Bewegung. Nach internationalem Druck will der iranische Präsident Ahmadinedschad im Atomstreit mit dem Westen offensichtlich einlenken.

In einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärt, Iran habe »kein Problem« damit, gering angereichertes Uran ins Ausland zu schicken, um dafür höher angereicherte Brennstäbe zu erhalten. Die Erklärung überraschte wohl jeden, denn Iran hatte diese Möglichkeit vor einem Monat kategorisch ausgeschlossen. (Quelle: Jan Keetmann)

17.01.2010: 

Die Überprüfung neuer Sanktionen hat begonnen

Das Ergebnis einer Gesprächsrunde der fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland (sogenannte Sechsergruppe) am Samstag in New York ist, dass sie im Atomstreit mit dem Iran bei ihrer Doppelstrategie aus Gesprächsangeboten und Sanktionsdrohungen bleiben. Neue Sanktionen wurden überprüft, aber bislang blieb eine Entscheidung darüber aus. China lehnt neue Sanktionen nach wie vor ab. Die USA unternehmen intensive diplomatische Anstrengungen, um neue Sanktionen gegen Teheran möglich zu machen. Auch Russland signalisiert, dass "ein neues Kapitel begonnen hat".

12.01.2010: 

Nuklearforscher ist durch Bombe getötet

Ein iranischer Nuklearwissenschaftler ist durch eine Bombe vor seinem Haus getötet worden. Die iranische Führung wirft den USA und Israel einen Mordanschlag vor. Durch den Verdacht wird der Streit um Irans Atomprogramm weiter eskaliert. Der Professor an der Teheraner Universität Massud Ali-Mohammadi sei durch einen ferngezündeten Sprengsatz gestorben, meldete der staatliche Nachrichtensender Irib am 12. Januar. Die Regierung behauptet, der Professor sei loyal zur Revolution gewesen. Webseiten der Opposition meinen jedoch, er wäre dem Oppositionsführer Mirhossein Mousavi gefolgt.

07.10.2009: Aktuelles

Zweite Anlage wird bei Qom gebaut

Qom-Anlage, Bild: GeoEyeDer Iran hat laut eines Sprechers der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) in einem Brief vom 21. September 2009 an die IAEO die Konstruktion einer bislang nicht deklarierten, zweiten Anlage zur Urananreicherung erklärt.

Die Anlage bei Qom soll eine Pilotanlage sein und nur bis zu einem Grad von fünf Prozent anreichern können. Dabei werden modernere Zentrifugen als in Natans verwendet. Dieser Grad der Anreicherung reicht für eine zivile Nutzung aus, nicht jedoch für den Bau einer Atombombe. Die USA behaupten, der Iran habe die Existenz der Anlage nur gemeldet, weil er von deren Entdeckung durch die IAEO erfahren habe. Der Iran hat mit der IAEO vereinbart, dass die neue Anlage am 25. Oktober 2009 zur Kontrolle besichtigt werden kann.

Zudem wurde ein internes Dokument der IAEA auf der ISIS-Webseite veröffentlicht, das aussagt, der Iran hätte Studien über ein mögliche nukleare Bewaffnung seiner Raketen ausgeführt. Der Iran spricht dagegen von einer Fälschung.

Anfang Oktober hat der Iran mit den so genannten P5+1 (die USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) - auch Sechsergruppe genannt - vereinbart, dass bereits im Iran niedrig angereichertes Uran im Ausland weiter auf 20% angereichert werden darf. Dieses Uran soll in einem Forschungsreaktor für medizinische Zwecke verwendet werden.

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