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Die USA haben es 2010 offiziell geschafft, die obere Grenze von 2.200 erlaubten, einsatzbereiten, strategischen Atomwaffen nach dem Moskauer Abkommen (SORT=Strategic Offensive Reductions Treaty) von 2002 zu erreichen. Dennoch geht die Abrüstung nur schleppend voran.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums vom 3. Mai 2010 enthielt das US-Atomwaffenarsenal 5.113 Sprengköpfe, wobei die Atomwaffen, die für Abrüstung markiert sind, nicht gezählt wurden. Laut SIPRI wird das atomare Arsenal heute auf 4.900 Atomwaffen beziffert, dazu kommen 3.100, die abgerüstet werden sollten: insgesamt 8.000. 2.150 Atomwaffen werden als "aktiv" beschrieben, d.h. einsetzbar und stationiert. Weitere 2.750 werden gelagert und können, wenn nötig, ins Arsenal zurückkehren.

Die USA sind offiziell anerkannter Atomwaffenstaat und Mitglied des Atomwaffensperrvertrags seit dem Jahr 1970, in dem sich die USA verpflichteten, "in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen über wirksame Maßnahmen zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens in naher Zukunft und zur nuklearen Abrüstung sowie über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung" (Artikel VI).

Als erster Staat, der 1945 die Atombombe entwickelte, trieben die USA seit Beginn des atomaren Zeitalters das weltweite Wettrüsten an. Die USA haben als erster und einziger Staat Atomwaffen eingesetzt: 1945 in den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki. Seit 1945 produzierten die Vereinigten Staaten etwa 70.000 Atomwaffen in Form von über 70 verschiedenen Typen, von der kleinen Atommine bis zu riesigen Wasserstoffbomben mit Megatonnen an Sprengkraft. Im Jahr 1967 erreichten die USA ihre Spitzenzahl von Atomwaffen: 31.255. Die USA führten 1.030 Atomtests durch, davon waren 215 oberirdisch.

Die erklärte Strategie der USA hat George W. Bush 2002 verändert: Atomwaffen konnten nun auch gegen Staaten eingesetzt werden, die keine Atomwaffen besitzen, oder als "präventive" Waffe beim Verdacht eines geplanten Angriffes mit Massenvernichtungswaffen. Vor und während des Irakkrieges 2003 drohten die USA, Atomwaffen einzusetzen, falls der Irak die USA mit Massenvernichtungswaffen angreifen würde.

Unter dem neuen US-Präsidenten Barack Obama wurde die Atomwaffenstrategie erneut geändert. So erklärte Obama bereits in seinen Wahlkampfreden 2008, dass er die Atomwaffenpolitik der USA wesentlich ändern und für eine atomwaffenfreie Welt arbeiten wird. Diese Vision hat er in Prag am 5. April 2009 als US-Präsident erneut zum Ausdruck gebracht. Am 24. September 2009 brachte er eine Resolution in den UN-Sicherheitsrat ein, die u.a. die Vision einer atomwaffenfreien Welt bekräftigte. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Am 9. Oktober 2009 wurde Obama unter anderem für seine Bemühungen und seine Vision einer atomwaffenfreien Welt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Am 26. März 2010 verkündeten die USA und Russland, dass sie sich nach monatelangen Verhandlungen auf einen neuen Vertrag zur Abrüstung strategischer Atomwaffen geeinigt hätten, welcher das im Dezember 2009 ausgelaufene START-Abkommen ersetzen soll. Laut Vertrag sollen die strategischen Atomwaffen der beiden Länder um ca. ein Drittel reduziert werden. Das bedeutet, dass die Zahl der Atomsprengköpfe auf strategischen Trägersystemen innerhalb von sieben Jahren auf 1.550 Stück reduziert wird. Das sind ein Drittel weniger als im letzten SORT-Vertrag von 2002 vorgesehen waren.

Am 6. März 2010 schließlich ließ Obama die neue "Nuclear Posture Review" vorstellen, in welcher ein Präsident und seine Regierung ihre Strategie der nuklearen Abschreckung sowie die Regeln für den Umgang mit dem atomaren Waffenarsenal festsetzen. Demnach sollen Atomwaffen bei der Verteidigung des Landes eine geringere Rolle spielen als zuvor. So soll für die USA ein Ersteinsatz dieser Waffen künftig nur noch unter eingeschränkten Bedingungen infrage kommen. Die USA wollen auch keine neuen Atomsprengköpfe bauen, und sie bleiben bei ihrem Verzicht auf Atomtests. Offenbar beibehalten werden soll aber die Option eines nuklearen Erstschlages.

Im Februar 2012 kursierten Berichte über eine Diskussion des Pentagons über die künftige Zahl der Atomwaffen, die für eine glaubwürdige Abschreckung notwendig sei. Die Rede über eine mögliche Reduzierung der Zahl bis zu 80% sorgte für Aufregung.

Bearbeitungsstand: Juni 2012

Dis US-Atomstreitkräfte

Tabelle: Das US-Nuklearwaffenarsenal 2011

TypZahl der TrägerJahr stationiertSprengköpfe x
Sprengkraft (KT)
stationierte Sprengköpfe

Gesamtsumme


2.152
ICBMs
Minuteman III
Mk-12A20019791-3 W78 x 335 (MIRV)250
Mk-2125020061 W87 x 300250
Insgesamt
450


500
SLBMs
Trident II D5288
Mk-419924 W76 x 100 (MIRV)568
Mk-4A20084 W76-1 x 100 (MIRV)200
Mk 519904 W88 x 455 (MIRV)384
Insgesamt
288


1.152
Bomber
B-52H Stratofortress441961ALCM/W80-1 x 5-150200
B-2A Spirit161994B61-7/-11, B83-1100
Insgesamt
60


300
Taktische Waffen
Tomahawk SLCMn/a19841 W80-0 x 5-1500
B61-3,-4 Bomben/a19790,3-170>200*
Insgesamt200
*Rund 200 von diesen Bomben sind in Europa stationiert. Weitere 300 sind in den USA gelagert.

Quelle Kristensen, Hans und Norris, Robert: Nuclear Notebook: U.S. nuclear forces, 2011 in Bulletin of Atomic Scientists März/April 2011

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US-Arsenal 2012
Insgesamt8000
Einsatzbereit2150
Reserve2750
für Abrüstung markiert3100

Donald Rumsfeld, ehem. Verteidigungsminister der USA«Die Nuklearstreitkräfte der USA müssen in der Lage sein – und zwar nach außen erkennbar -, diejenigen kriegsrelevanten Einrichtungen und Potentiale zu zerstören, auf die die Führung eines potentiellen Feindes besonderen Wert legt und auf die sie sich verlassen würde, um in einer Nachkriegswelt ihre eigenen Ziele zu erreichen.»

Donald Rumsfeld, ehem. Verteidigungsminister der USA in "Doctrine for Joint Nuclear Operations", 16. Dezember 2004

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