
Aktuelles | Pakistan
- 09.06.2010 China und Pakistan planen Atomdeal
- 26.02.2010 Pakistan besorgt über Indiens Aufrüstung
- 29.11.2009 Zardari gibt Kontrolle über Atomwaffen ab
- 28.09.2009 China half Pakistan beim Bau der Bombe
China und Pakistan planen Atomdeal
In den nächsten Wochen wird erwartet, dass China den Verkauf von zwei Atomkraftwerken an Pakistan bekannt gibt. Technische Details und Umfang des Handels sind bisher nicht bekannt.
China beruft sich dabei auf die Ausnahmeregelungen die die Gruppe der Nuklearen Lieferländer (Nuclear Suppliers Group, NSG) für Indien getroffen hat. Die USA haben die NSG Staaten zu einer Änderung der Richtlinien bewogen, um Indien mit nuklearer Technologie zu beliefern. Das Abkommen, auch bekannt als „Atom-Deal“, stieß damals auf Kritik seitens der Rüstungskontroll- und Abrüstungsbefürworter.
Das geplante chinesisch-pakistanische Abkommen geht zurück auf die Zeit bevor China der NSG im Jahr 2004 beitrat.
Das Abkommen, dessen Reichweite und Bedeutung für die Atomwaffenpolitik Pakistans noch abzuwarten bleibt, ist insofern brisant, weil Pakistan wie Indien nicht dem Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag beigetreten ist. Indien und Pakistan verfügen über ca. 50-70 Atomsprengköpfe und haben mehrer Kriege gegeneinander geführt. (jh; Quelle: Foreign Policy)
Pakistan zeigt sich besorgt über Indiens Aufrüstung

Nach Gesprächen zwischen Indien und Pakistan äußerte sich der pakistanische Außenstaatssekretär Salman Bashir besorgt über den Anstieg der indischen Rüstungsausgaben. Er sagte, dass eine neue Doktrin, die Rüstungsausgaben und die Einführung neuer Waffensystem der regionalen Sicherheit und Stabilität abträglich sind. Besonders scharf kritisierte Bashir die Äußerungen des Vorsitzenden der indischen Armee, General Deepak Kapoor, Indien müsse einen „Zweifronten-Krieg“ kämpfen können.
Bereits kurz nach den Gesprächen, die zum ersten Mal seit den Terroranschlägen von Mumbai 2008 wieder aufgenommen wurden, zeigte sich die indische Seite enttäuscht. So sagte Frau Nirupama Rao, Außenstaatssekretären Indiens, Pakistans Position sei „nicht zufriedenstellend“.
Dennoch wird große Hoffnung in den Dialog zwischen beiden Seiten gelegt. Der wichtigste Streitpunkt zwischen den beiden Atommächten ist der Terrorismus. Bei den neuesten Gesprächen spielten die Themen Abrüstung und Rüstungskontrolle aber keine Rolle. (jh)
Präsident Zardari gibt Kontrolle über Atomwaffen ab
Der wegen Korruptionsvorwürfe unter Druck geratene pakistanische Staatschef Zardari hat die Kontrolle über die Atomwaffen des Landes an den Ministerpräsidenten Yousaf Raza Gillani abgegeben. Die Entscheidung fiel vor dem Auslaufen einer Amnestieregelung.
China half Pakistan beim Bau der Bombe

Pakistan erhielt von China Materialen und Informationen über den Bau einer Atombombe. Das geht aus einem im September 2009 veröffentlichten Brief von Abdul Q. Khan aus dem Jahr 2004 hervor. Darin schrieb er seiner Frau, die Chinesen hätten Pakistan Zeichnungen einer Atomwaffe, 50 kg angereichertes Uran, 10 Tonnen UF6 (Natur) und 5 Tonnen UF6 (um 3% angereichert) geliefert. Der Brief impliziert zudem, dass die Weitergabe von Zeichnungen und Technologie an den Iran vom damaligen Premier Zulfikar Bhutto abgesegnet gewesen sei.
Hausarrest für Khan endgültig aufgehoben
Ein Gericht in Lahore hat unterdessen die pakistanische Regierung im August 2009 aufgefordert, die anhaltende Überwachung des Nuklear-Wissenschaftlers Abdul Q. Khan zu beenden. Khan stand seit 5 Jahren unter Hausarrest, seit Februar 2009 hätte er sich eigentlich wieder uneingeschränkt innerhalb Pakistans bewegen dürfen, wurde aber weiterhin von Polizei und Armee bewacht. Khan hatte in den 90er Jahren Informationen und Technologie an den Iran, Nordkorea und Libyen weitergegeben.
Links
- Kestenholz D.: Indien und Pakistan reden wieder, 26.02.2010
- Melman, Y.: Interview mit Abdul Q. Khan, tachles.ch, 01.10.2009