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Südkorea bereit zum Erstschlag gegen Nordkorea

Als «offene Kriegserklärung» kritisierte das nordkoreanische Volksarmee Pläne Südkoreas für einen militärischen Erstschlag im Fall eines drohenden Atomangriffs durch Nordkorea. Der südkoreanischen Verteidigungsminister General Kim Tae Young bekräftigte, Südkorea müsse für den Fall eines bevorstehenden Angriffs mit Atomwaffen durch Nordkorea zum Erstschlag bereit sein. Kim hatte bereits vor zwei Jahren als damaliger Vorsitzender des Generalstabs ähnliche Bemerkungen gemacht. Schon damals drohte Nordkorea, das bisher zwei Atomtests unternommen hat, mit der Zerstörung des Nachbarstaates.
Noch kein Friedensvertrag für Nordkorea
Washington hat Nordkoreas Forderung nach einem bilateralen Friedensvertrag als Vorbedingung für neue Abrüstungsgespräche eine Absage erteilt. Auch eine Aufhebung der UN-Sanktionen, die Nordkorea zudem als Voraussetzung für die Rückkehr zu den Sechserverhandlungen genannt hatte, wurde ebenso verneint. Erst wenn Pjöngjang wieder an den Verhandlungstisch zurückkehre und nachweise, das Atomwaffenprogramm aufgegeben zu haben, könne über die Unterzeichnung eines Friedensabkommens gesprochen werden, so das Weiße Haus. Süd- und Nordkorea befinden sich seit dem Korea-Krieg (1950-53) offiziell noch immer im Kriegszustand, nur ein Abkommen über einen Waffenstillstand existiert (XH).
Pakistan half Nordkorea bei Urananreicherung
Laut dem Atomforscher Abdul Qadeer Khan hat Pakistan Nordkorea jahrelang bei der Urananreicherung für sein Atomprogramm unterstützt. Beim Bau von Atombomben habe Nordkorea nicht nur auf Plutonium, sondern auch auf die Anreicherung des ebenfalls radioaktiven Elements Uran gesetzt, wird Khan auf der Website der "Washington Post" zitiert. Pakistan habe Pjöngjang dabei mindestens sechs Jahre lang mit Bauplänen, Bauteilen und technischen Ratschlägen unterstützt.
Nordkorea kann jetzt auch Uran anreichern

Die Experimentierphase der Urananreicherung sei so gut wie abgeschlossen. Dies habe Nordkorea in einem Schreiben an die Vereinten Nationen in New York mitgeteilt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. In hoch angereicherter Form kann Uran ebenfalls zum Bau von Atombomben verwendet werden. «Wir sind zum Dialog und zu Sanktionen bereit», wurde aus dem Brief zitiert. Laut KCNA war das Schreiben die Reaktion Pjöngjangs auf Fragen des UN-Sanktionsausschusses, die dieser im Zusammenhang mit einer aufgedeckten Waffenlieferung Nordkoreas an den Iran gestellt hatte. Die Waffen waren vor etwa einem Monat von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf einem australischen Schiff beschlagnahmt worden. Der UN-Sicherheitsrat will den Fall untersuchen.
Links
- Zhang H: Assessing North Korea's uranium enrichment capabilities, Bulletin of Atomic Scientists, 18.06.2009