Aktuelles | Nordkorea

  • 24.11.2010 Neue Urananreicherungsanlage in Nordkorea
  • 30.09.2010 Aus Angst vor den USA
  • 28.05.2010 UN-Experten: Nordkorea lieferte Atomtechnik
  • 09.03.2010 Nordkorea droht mit atomarer Aufrüstung
  • 25.01.2010 Südkorea bereit zum Erstschlag gegen Nordkorea
  • 13.01.2010 Noch kein Friedensvertrag für Nordkorea
  • 28.12.2009 Pakistan half Nordkorea bei Urananreicherung
  • 04.09.2009 Nordkorea kann jetzt auch Uran anreichern
24.11.2010: 

Neue Urananreicherungsanlage in Nordkorea

Yongbyon Urananreicherungsanlage, Foto: DigitalGlobe

Dem US-amerikanischen Wissenschaftler Siegfried Hecker, ehemals Direktor des Atomwaffenforschungslabors in Los Alamos, wurde auf einer Reise nach Nordkorea am 12. November 2010 von der dortigen Regierung laut eigener Aussage eine „hochmoderne“ Urananreicherungsanlage im Atomkomplex in Yongbyon gezeigt. Experten zufolge könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass Nordkorea den Aufbau seines Atomwaffenarsenals beschleunigen und möglicherweise Atomwaffen mit größerer Sprengkraft („Wasserstoffbomben“) bauen wird. Als Inspektoren im April 2009 das letzte Mal vor Ort gewesen waren, existierte die Anlage noch nicht. Die Geschwindigkeit mit der sie errichtet wurde, deutet darauf hin, dass sie mit Hilfe von außen gebaut wurde.

Direkt im Anschluss an diese Enthüllung deutete der südkoreanische Verteidigungsminister Kim Tae-young am 22.11.2010 vor einem Parlamentsausschuss an, mit den USA über die Wiederstationierung ihrer 1991 abgezogenen taktischen Atomwaffen sprechen zu wollen. Nachher wurde diese Aussage jedoch von Seiten der südkoreanischen Regierung allerdings wieder abgeschwächt, weil ein solcher Schritt unvereinbar mit dem erklärten Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel sei.

Außerdem fand am 23.11.2010 ein Artilleriegefecht zwischen Süd- und Nordkorea statt, bei dem auf südkoreanischer Seite zwei Soldaten und zwei Zivilisten starben. Über nordkoreanische Opfer ist bislang nichts bekannt. Die genauen Umstände des Zusammenstoßes und ob er in Zusammenhang mit den oben erwähnten Entwicklungen steht, konnte bislang nicht geklärt werden.
(Quellen: NYT 1; NYT 2; Spiegel online; Guardian; Reuters; BBC)

30.09.2010: 

Aus Angst vor den USA

Nordkorea behält seine Atomwaffen

Nordkorea will seine Atomwaffen nicht aufgeben. Der Grund sei die Bedrohung, welche die USA für Nordkorea darstellten, sagte der stellvertretende Aussenminister Pak Kil Yon am Mittwoch vor der Uno-Vollversammlung in New York. "Solange atomar getriebene US-Flugzeugträger vor unseren Küsten kreuzen, können wir die atomare Abschreckung nicht aufgeben, sondern müssen sie verstärken" so Pak Kil Yon. Die Regierung Nordkoreas strebe jedoch die weltweite Abschaffung aller Atomwaffen als Endziel an. Die Streitkräfte der USA und Südkoreas veranstalten seit Beginn der Woche im Gelben Meer ein neues gemeinsames Seemanöver, das als "klare Botschaft der Abschreckung an Nordkorea" angekündigt worden ist.

Am Donnerstag scheiterte der neue Dialog zwischen Nord- und Südkorea. Militärgespräche fanden zum Streit um den Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs "Cheonan" statt. Das Treffen auf Offiziersebene sei jedoch zwei Stunden nach Beginn ohne Fortschritte beendet worden, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Internationale Untersuchungen ergaben, dass das Schiff im März in der Nähe der umstrittenen Seegrenze von einem nordkoreanischen Torpedo getroffen wurde – 46 Marinesoldaten kamen dabei ums Leben. Pjöngjang bestreitet die Vorwürfe.(Quellen: SR DRS; Reuters; focus; Deutsche Welle)

28.05.2010: 

UN-Experten: Nordkorea lieferte Atomtechnik an Iran

Laut einem Bericht einer Expertengruppe der UNO, der den Nachrichtenagentur AP zugespielt wurde, soll Nordkorea heimlich Atomtechnologie und Bauteile für ballistische Raketen exportiert haben. Käufer seien unter anderem Iran, Syrien und Burma gewesen. Entsprechende Exporte seien über Mittelsmänner und dubiose Firmenkonstrukte abgewickelt worden, sagte ein westlicher Diplomat, der ungenannt bleiben wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings müssten die Hinweise weiter überprüft werden. (Quelle: AP; Spiegel online; Guardian)

09.03.2010: 

Nordkorea droht mit atomarer Aufrüstung

US-amerikanische und südkoreanische Truppen führen ein militärisches Manöver durch. Die nordkoreanische Regierung reagiert scharf mit einer Drohung, ihre Atomwaffen aufzustocken. Damit will sie die USA zwingen ihre "militärischen Drohungen und Provokationen" zu beenden. An dem Manöver nehmen 18.000 US-amerikanische und 20.000 südkoreanische Soldaten teil. Die nordkoreanische Armee wurde auch bereits vor Tagen in Kampfbereitschaft versetzt.

25.01.2010: 

Südkorea bereit zum Erstschlag gegen Nordkorea

General Kim Tae-Young, Foto: US DoD

Als «offene Kriegserklärung» kritisierte das nordkoreanische Volksarmee Pläne Südkoreas für einen militärischen Erstschlag im Fall eines drohenden Atomangriffs durch Nordkorea. Der südkoreanischen Verteidigungsminister General Kim Tae Young bekräftigte, Südkorea müsse für den Fall eines bevorstehenden Angriffs mit Atomwaffen durch Nordkorea zum Erstschlag bereit sein. Kim hatte bereits vor zwei Jahren als damaliger Vorsitzender des Generalstabs ähnliche Bemerkungen gemacht. Schon damals drohte Nordkorea, das bisher zwei Atomtests unternommen hat, mit der Zerstörung des Nachbarstaates.

13.01.2010: 

Noch kein Friedensvertrag für Nordkorea

Washington hat Nordkoreas Forderung nach einem bilateralen Friedensvertrag als Vorbedingung für neue Abrüstungsgespräche eine Absage erteilt. Auch eine Aufhebung der UN-Sanktionen, die Nordkorea zudem als Voraussetzung für die Rückkehr zu den Sechserverhandlungen genannt hatte, wurde ebenso verneint. Erst wenn Pjöngjang wieder an den Verhandlungstisch zurückkehre und nachweise, das Atomwaffenprogramm aufgegeben zu haben, könne über die Unterzeichnung eines Friedensabkommens gesprochen werden, so das Weiße Haus. Süd- und Nordkorea befinden sich seit dem Korea-Krieg (1950-53) offiziell noch immer im Kriegszustand, nur ein Abkommen über einen Waffenstillstand existiert (XH).

28.12.2009: 

Pakistan half Nordkorea bei Urananreicherung

Laut dem Atomforscher Abdul Qadeer Khan hat Pakistan Nordkorea jahrelang bei der Urananreicherung für sein Atomprogramm unterstützt. Beim Bau von Atombomben habe Nordkorea nicht nur auf Plutonium, sondern auch auf die Anreicherung des ebenfalls radioaktiven Elements Uran gesetzt, wird Khan auf der Website der "Washington Post" zitiert. Pakistan habe Pjöngjang dabei mindestens sechs Jahre lang mit Bauplänen, Bauteilen und technischen Ratschlägen unterstützt.

04.09.2009: 

Nordkorea kann jetzt auch Uran anreichern

Kim Jong-il, 2009, Foto: KCNA

Die Experimentierphase der Urananreicherung sei so gut wie abgeschlossen. Dies habe Nordkorea in einem Schreiben an die Vereinten Nationen in New York mitgeteilt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. In hoch angereicherter Form kann Uran ebenfalls zum Bau von Atombomben verwendet werden. «Wir sind zum Dialog und zu Sanktionen bereit», wurde aus dem Brief zitiert. Laut KCNA war das Schreiben die Reaktion Pjöngjangs auf Fragen des UN-Sanktionsausschusses, die dieser im Zusammenhang mit einer aufgedeckten Waffenlieferung Nordkoreas an den Iran gestellt hatte. Die Waffen waren vor etwa einem Monat von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf einem australischen Schiff beschlagnahmt worden. Der UN-Sicherheitsrat will den Fall untersuchen.

Glossar

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