
Aktuelles | Indien
- 25.02.2010 Indien und Pakistan nehmen Gespräche erneut auf
- 12.02.2010 Indien will Nuklearwaffenkonvention
- 08.02.2010 Indien testet erneut atomtaugliche Rakete
- 19.01.2010 Militärdoktrin sorgt für Spannungen
- 18.01.2010 Säbelrasseln zwischen Indien und Pakistan
- 13.01.2010 Indien plant Aufrüstung
Indien und Pakistan nehmen Gespräche erneut auf
Indien und Pakistan haben am Donnerstag ihre ersten Gespräche seit den Anschlägen von Mumbai im Jahr 2008 aufgenommen. Die beiden Staatssekretäre in den jeweiligen Außenministerien, Salman Bashir für Pakistan und Nirupama Rao für Indien, sprachen im „Hyderabad House“ ca. 90 Minuten über eine Bandbreite von Themen, darunter Kaschmir, die Wasserverteilung zwischen beiden Staaten und Terrorismus. Abrüstung, Rüstungskontrolle und Vertrauensbildende Maßnahmen wurden nicht explizit als Schwerpunkte genannt. Indien hatte erst kürzlich eine Mittelstreckenrakete getestet.
Innenpolitisch steht der Kurs des indischen Premierministers Manmohan Singh jedoch unter Druck. Kritisiert wird vor allem, dass Pakistan bisher nicht viel zur Klärung der Terroranschläge von Mumbai beigetragen hat. Erst Mitte Februar war es zu einem erneuten Anschlag in Pune gekommen.
Indien will Nuklearwaffenkonvention

In seiner Rede anlässlich einer Konferenz zur Sicherheit Asiens sagte Indiens Verteidigungsminister Shri A.K. Anthony, dass sein Land schon immer die globale nukleare Abrüstung befürwortet hat. Er hob besonders die Unterstützung Neu Delhis bei der Aufnahme von Verhandlungen zu einer „globalen und überprüfbaren“ Nuklearwaffenkonvention hervor, die nach seiner Auffassung nicht diskriminierend sei. Damit wies er auf den Atomwaffensperrvertrag, den Indien als diskriminierend sieht und daher nicht unterzeichnet hat.
Darüber hinaus zeigte sich der indische Verteidigungsminister offen für alle Vorschläge, die Legitimierung von Atomwaffen abbaut. Er nannte hierfür die Chemiewaffen- und Biologiewaffen-Konventionen als Vorbilder, da sie alle Staaten gleich behandeln.
Weiter erklärte Anthony, dass Indien auch in Zukunft an dem Verzicht auf einen nuklearen Erstschlag festhalten wolle. Eine der größten Gefahren sieht der Minister in dem Zugang von Terroristen zu Atommaterial. Nichtsdestotrotz hält Indien an seiner nuklearen Abschreckung fest, um „die Sicherheit de Landes zu gewährleisten und sein Volk zu schützen“, so Anthony.
Indien testet erneut atomtaugliche Rakete

Indien hat erneut eine Rakete getestet, die mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden kann. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Verteidigungskreisen. Demnach wurde die Boden-Boden-Rakete Agni-III von einer Insel vor der Küste des östlichen Bundesstaates Orissa abgefeuert. (Quelle: AFP)
Militärdoktrin sorgt für Spannungen

Bereits 2005 kündigte Indien unter der Bezeichnung "Cold Start" eine neue Militärdoktrin an. Diese sollte die indischen Streitkräfte möglichst schnell mobilisieren, wenn es zu einem Konflikt mit Pakistan kommen würde. Aus indischen Militärkreisen kamen Verlautbarungen, dass Indien in der Lage sei, einen Zweifrontenkrieg gegen China und Pakistan zu führen.
Der Sprecher des Stabschefs der pakistanischen Armee, General Kiyani, sagte, dass ein solcher Weg "abenteuerlich und gefährlich" sei. "Cold Start" wird von einer 100 Milliarden Dollar Investition in die Modernisierung und Vergrößerung der indischen Streitkräfte begleitet. (jh)
Säbelrasseln zwischen Indien und Pakistan
An der informellen Grenze zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan kam es am Wochenende zu einem Feuergefecht zwischen Soldaten beider Seiten. Sowohl Indien als auch Pakistan gaben sich gegenseitig die Schuld an dem Vorfall. In der Region, besonders in Kaschmir, kommt es immer wieder zu Gefechten, da beide Staaten das umstrittene Gebiet für sich beanspruchen.
Unterdessen hat der U.S.-amerikanische Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, die Konfliktparteien zur Mäßigung und Entspannung aufgerufen. (jh)
Indien plant Aufrüstung

Laut einem Bericht der indischen Rüstungsindustrie und der Beraterfirma KPMG ist das indische Waffenarsenal weitestgehend veraltet. Indien plant deshalb die Modernisierung und Vergrößerung seines Arsenals. Die Regierung in Neu Delhi will zu diesem Zweck 100 Milliarden Dollar in die Rüstung investieren.
Aus Pakistan hieß es unterdessen, dass durch weitere Aufrüstung das regionale Gleichgewicht destabilisiert werden könnte. Die beiden Atommächte Indien und Pakistan führten seit ihrer Unabhängigkeit 1947 drei Kriege gegeneinander und waren in mehrere ernste Krisen, zuletzt 2001/2002, verwickelt. Bis heute beschuldigt Indien Pakistan, hinter terroristischen Anschlägen in Indien zu stecken. (xh)
Glossarbegriffe
Links
- Meier, Oliver: Atomvertrag zwischen Indien und den USA – Rückschlag für die nukleare Rüstungskontrolle, in der NDR-Sendereihe "Streitkräfte und Strategien", 4. Oktober 2008
- Positionspapier von Uta Zapf, MdB Das Nuklearabkommen zwischen den USA und Indien, 8. November 2006
- Oliver Meier/Götz Neuneck: Der Atomdeal zwischen Indien und den Vereinigten Staaten: Nukleare Nichtverbreitung am Scheideweg, September 2006
- Hilmar König: Gezerre um den Nukleardeal, 15. Juni 2006
- Oliver Meier: Doppelte Moral? USA helfen beim Ausbau des indischen Atomprogramms, 25. Februar 2006