Aktuelles | Indien

01.07.2010: 

Indien unterzeichnet Abkommen mit Kanada

Indiens Premierminister Manmohan Singh (2007), Foto: Agencia Brasil

Auf dem diesjährigen G-20-Treffen in Toronto haben der indische Premierminister Manmohan Singh und sein kanadischer Amtskollege Stephen Harper ein Abkommen unterzeichnet, dass Indien Zugang zu kanadischer Nukleartechnologie gestattet. Kanada ist mittlerweile der neunte Staat, der ein solches Abkommen mit Indien unterzeichnet hat. Indien war bis 2008 vom Handel mit nuklearer Technologie ausgeschlossen, weil es 1974 einen für zivile Nutzung gedachten kanadischen Reaktor zu Plutonium-Gewinnung missbrauchte und einen Atomtest durchführte. Die U.S.-amerikanische Regierung von George W. Bush setzte sich für eine Ausnahmeregelung bei Exporten von „dual-use“ Gütern ein.

Auch Japan bemüht sich um Zugang zum indischen Energiemarkt. Zurzeit führen indische und japanische Unterhändler Verhandlungen über die Ausgestaltung eines Abkommens, das es japanischen Firmen erlauben würde, Reaktoren in Indien zu bauen. Sowohl Tokio als auch Ottawa hoben jedoch hervor, dass bei allen Abkommen der Aspekt der Nichtverbreitung eine zentrale Stellung einnimmt. (jh; Quelle: CSIS)

25.02.2010: 

Indien und Pakistan nehmen Gespräche erneut auf

Indien und Pakistan haben am Donnerstag ihre ersten Gespräche seit den Anschlägen von Mumbai im Jahr 2008 aufgenommen. Die beiden Staatssekretäre in den jeweiligen Außenministerien, Salman Bashir für Pakistan und Nirupama Rao für Indien, sprachen im „Hyderabad House“ ca. 90 Minuten über eine Bandbreite von Themen, darunter Kaschmir, die Wasserverteilung zwischen beiden Staaten und Terrorismus. Abrüstung, Rüstungskontrolle und Vertrauensbildende Maßnahmen wurden nicht explizit als Schwerpunkte genannt. Indien hatte erst kürzlich eine Mittelstreckenrakete getestet.

Innenpolitisch steht der Kurs des indischen Premierministers Manmohan Singh jedoch unter Druck. Kritisiert wird vor allem, dass Pakistan bisher nicht viel zur Klärung der Terroranschläge von Mumbai beigetragen hat. Erst Mitte Februar war es zu einem erneuten Anschlag in Pune gekommen.

12.02.2010: 

Indien will Nuklearwaffenkonvention

Indischer Verteidigungsminister Anthony, Foto: US gov

In seiner Rede anlässlich einer Konferenz zur Sicherheit Asiens sagte Indiens Verteidigungsminister Shri A.K. Anthony, dass sein Land schon immer die globale nukleare Abrüstung befürwortet hat. Er hob besonders die Unterstützung Neu Delhis bei der Aufnahme von Verhandlungen zu einer „globalen und überprüfbaren“ Nuklearwaffenkonvention hervor, die nach seiner Auffassung nicht diskriminierend sei. Damit wies er auf den Atomwaffensperrvertrag, den Indien als diskriminierend sieht und daher nicht unterzeichnet hat.

Darüber hinaus zeigte sich der indische Verteidigungsminister offen für alle Vorschläge, die Legitimierung von Atomwaffen abbaut. Er nannte hierfür die Chemiewaffen- und Biologiewaffen-Konventionen als Vorbilder, da sie alle Staaten gleich behandeln.

Weiter erklärte Anthony, dass Indien auch in Zukunft an dem Verzicht auf einen nuklearen Erstschlag  festhalten wolle. Eine der größten Gefahren sieht der Minister in dem Zugang von Terroristen zu Atommaterial. Nichtsdestotrotz hält Indien an seiner nuklearen Abschreckung fest, um „die Sicherheit de Landes zu gewährleisten und sein Volk zu schützen“, so Anthony.

08.02.2010: 

Indien testet erneut atomtaugliche Rakete

Agni-III-Rakete

Indien hat erneut eine Rakete getestet, die mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden kann. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Verteidigungskreisen. Demnach wurde die Boden-Boden-Rakete Agni-III von einer Insel vor der Küste des östlichen Bundesstaates Orissa abgefeuert. (Quelle: AFP)

19.01.2010: 

Militärdoktrin sorgt für Spannungen

General Ashfaq Parvez Kiyani 2008, Foto: US DoD

Bereits 2005 kündigte Indien unter der Bezeichnung "Cold Start" eine neue Militärdoktrin an. Diese sollte die indischen Streitkräfte möglichst schnell mobilisieren, wenn es zu einem Konflikt mit Pakistan kommen würde. Aus indischen Militärkreisen kamen Verlautbarungen, dass Indien in der Lage sei, einen Zweifrontenkrieg gegen China und Pakistan zu führen.
Der Sprecher des Stabschefs der pakistanischen Armee, General Kiyani, sagte, dass ein solcher Weg "abenteuerlich und gefährlich" sei. "Cold Start" wird von einer 100 Milliarden Dollar Investition in die Modernisierung und Vergrößerung der indischen Streitkräfte begleitet. (jh)

18.01.2010: 

Säbelrasseln zwischen Indien und Pakistan

An der informellen Grenze zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan kam es am Wochenende zu einem Feuergefecht zwischen Soldaten beider Seiten. Sowohl Indien als auch Pakistan gaben sich gegenseitig die Schuld an dem Vorfall. In der Region, besonders in Kaschmir, kommt es immer wieder zu Gefechten, da beide Staaten das umstrittene Gebiet für sich beanspruchen.
Unterdessen hat der U.S.-amerikanische Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, die Konfliktparteien zur Mäßigung und Entspannung aufgerufen. (jh)

13.01.2010: 

Indien plant Aufrüstung

Shaurya-Rakete, Foto: indische Regierung

Laut einem Bericht der indischen Rüstungsindustrie und der Beraterfirma KPMG ist das indische Waffenarsenal weitestgehend veraltet. Indien plant deshalb die Modernisierung und Vergrößerung seines Arsenals. Die Regierung in Neu Delhi will zu diesem Zweck 100 Milliarden Dollar in die Rüstung investieren.
Aus Pakistan hieß es unterdessen, dass durch weitere Aufrüstung das regionale Gleichgewicht destabilisiert werden könnte. Die beiden Atommächte Indien und Pakistan führten seit ihrer Unabhängigkeit 1947 drei Kriege gegeneinander und waren in mehrere ernste Krisen, zuletzt 2001/2002, verwickelt. Bis heute beschuldigt Indien Pakistan, hinter terroristischen Anschlägen in Indien zu stecken. (xh)

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