
Indien unterzeichnet Abkommen mit Kanada

Auf dem diesjährigen G-20-Treffen in Toronto haben der indische Premierminister Manmohan Singh und sein kanadischer Amtskollege Stephen Harper ein Abkommen unterzeichnet, dass Indien Zugang zu kanadischer Nukleartechnologie gestattet. Kanada ist mittlerweile der neunte Staat, der ein solches Abkommen mit Indien unterzeichnet hat. Indien war bis 2008 vom Handel mit nuklearer Technologie ausgeschlossen, weil es 1974 einen für zivile Nutzung gedachten kanadischen Reaktor zu Plutonium-Gewinnung missbrauchte und einen Atomtest durchführte. Die U.S.-amerikanische Regierung von George W. Bush setzte sich für eine Ausnahmeregelung bei Exporten von „dual-use“ Gütern ein.
Auch Japan bemüht sich um Zugang zum indischen Energiemarkt. Zurzeit führen indische und japanische Unterhändler Verhandlungen über die Ausgestaltung eines Abkommens, das es japanischen Firmen erlauben würde, Reaktoren in Indien zu bauen. Sowohl Tokio als auch Ottawa hoben jedoch hervor, dass bei allen Abkommen der Aspekt der Nichtverbreitung eine zentrale Stellung einnimmt. (jh; Quelle: CSIS)
Glossarbegriffe
Links
- Meier, Oliver: Atomvertrag zwischen Indien und den USA – Rückschlag für die nukleare Rüstungskontrolle, in der NDR-Sendereihe "Streitkräfte und Strategien", 4. Oktober 2008
- Positionspapier von Uta Zapf, MdB Das Nuklearabkommen zwischen den USA und Indien, 8. November 2006
- Oliver Meier/Götz Neuneck: Der Atomdeal zwischen Indien und den Vereinigten Staaten: Nukleare Nichtverbreitung am Scheideweg, September 2006
- Hilmar König: Gezerre um den Nukleardeal, 15. Juni 2006
- Oliver Meier: Doppelte Moral? USA helfen beim Ausbau des indischen Atomprogramms, 25. Februar 2006