
Indien will Nuklearwaffenkonvention

In seiner Rede anlässlich einer Konferenz zur Sicherheit Asiens sagte Indiens Verteidigungsminister Shri A.K. Anthony, dass sein Land schon immer die globale nukleare Abrüstung befürwortet hat. Er hob besonders die Unterstützung Neu Delhis bei der Aufnahme von Verhandlungen zu einer „globalen und überprüfbaren“ Nuklearwaffenkonvention hervor, die nach seiner Auffassung nicht diskriminierend sei. Damit wies er auf den Atomwaffensperrvertrag, den Indien als diskriminierend sieht und daher nicht unterzeichnet hat.
Darüber hinaus zeigte sich der indische Verteidigungsminister offen für alle Vorschläge, die Legitimierung von Atomwaffen abbaut. Er nannte hierfür die Chemiewaffen- und Biologiewaffen-Konventionen als Vorbilder, da sie alle Staaten gleich behandeln.
Weiter erklärte Anthony, dass Indien auch in Zukunft an dem Verzicht auf einen nuklearen Erstschlag festhalten wolle. Eine der größten Gefahren sieht der Minister in dem Zugang von Terroristen zu Atommaterial. Nichtsdestotrotz hält Indien an seiner nuklearen Abschreckung fest, um „die Sicherheit de Landes zu gewährleisten und sein Volk zu schützen“, so Anthony.
Glossarbegriffe
Links
- Meier, Oliver: Atomvertrag zwischen Indien und den USA – Rückschlag für die nukleare Rüstungskontrolle, in der NDR-Sendereihe "Streitkräfte und Strategien", 4. Oktober 2008
- Positionspapier von Uta Zapf, MdB Das Nuklearabkommen zwischen den USA und Indien, 8. November 2006
- Oliver Meier/Götz Neuneck: Der Atomdeal zwischen Indien und den Vereinigten Staaten: Nukleare Nichtverbreitung am Scheideweg, September 2006
- Hilmar König: Gezerre um den Nukleardeal, 15. Juni 2006
- Oliver Meier: Doppelte Moral? USA helfen beim Ausbau des indischen Atomprogramms, 25. Februar 2006