
Aktuelles| Frankreich
- 02.11.2010 Großbritannien und Frankreich zeichnen Vertrag
- 13.04.2010 Sarkozy setzt nach wie vor auf Force de Frappe
- 20.03.2010 Gemeinsame Patrouille mit Atom-U-Booten
- 17.02.2010 Soldaten radioaktiver Strahlung ausgesetzt
- 01.07.2009 Frankreich entschädigt Atomopfer
Sarkozy setzt nach wie vor auf "Force de Frappe"

Beim Atomgipfel in Washington hält Frankreichs Präsident Sarkozy unverdrossen an der nuklearen Abschreckung fest: "Ich werde nicht auf die Atomwaffe verzichten, die die Sicherheit meines Landes garantiert." Mit diesen Worten hat der französische Präsident auf die Abrüstungsforderungen seines US-Amtskollegen Barack Obama reagiert. "Wir haben in Frankreich die Atomtests eingestellt und unsere Waffen um ein Drittel reduziert", sagte Sarkozy am Rande des Nukleargipfels in Washington dem Sender CBS. Alles darüber hinaus gefährde die Sicherheit des Landes. Grundsätzlich unterstütze Frankreich die Reduktion der Atomwaffen. "Aber wir behalten ein Minimum, um die Sicherheit zu garantieren", betonte Frankreichs Präsident. (Quellen: RP Online; Süddeutsche Zeitung,)
Gemeinsame Patrouille mit Atom-U-Booten
Der britische Premierminister Gordon Brown kündigt an, dass Großbritannien und Frankreich künftig bei der »atomaren Abschreckung« enger zusammenarbeiten wollen. Eine Übereinkunft habe er mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy bei dessen Besuch in London vergangene Woche getroffen. Beide Länder sollen einem Bericht zufolge Gespräche über »gemeinsame Patrouillen von mit Atomraketen bestückten U-Booten« geführt haben.
»Wir haben uns auf einen Grad der Zusammenarbeit geeinigt, der höher ist als bisher«, sagte Brown in London. Zwar sei eine weltweite Abrüstung wünschenswert, meinte der Premier. Angesichts einer »unsicheren Welt, in der andere Länder versuchen, an Atomwaffen zu gelangen«, gebe es für Großbritannien aber keine Möglichkeit, auf eine eigene atomare Abschreckung zu verzichten. Einzelheiten zur Zusammenarbeit mit Frankreich nannte Brown nicht. (Quelle: afp)
Soldaten radioaktiver Strahlung ausgesetzt
Nach einem als geheim eingestuften Bericht, aus dem die Zeitung „Le Parisien“ zitiert, hat Frankreich Soldaten absichtlich radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Die Soldaten wurden wahrend der ersten Testreihe von 1960-66 bis auf 700, manche sogar bis auf 275 Meter an das Zentrum der Explosionen herangeführt. Ziel dieser Maßnahme war es, die physischen und psychischen Auswirkungen auf die Armee zu testen.
Die französische Regierung sieht sich derzeit mit Entschädigungsklagen von Opfern der Atomtests konfrontiert. Besonders die Veteranen-Vereinigung „Aven“ fordert Entschädigungen von Frankreich. Bisher stellte sich die französische Regierung quer und lehnte jedes Entgegenkommen ab. Auch ein neues Gesetz, dass die Kompensationen regeln sollte, stößt auf Kritik, da es nicht alle Krankheiten als Resultate der Atomtests anerkennt.
Der damals 20 jährige Soldat Pierre Leroy wirft der Armee Vertuschung vor: „In meiner Militärakte steht dazu nichts. Und wir selbst konnten die Radioaktivität auch nicht messen, wir hatten keinen Geigerzähler.“
Frankreich führte insgesamt 210 Atomtests durch, zuletzt 1996. Bis zu 150.000 Personen waren in die Tests involviert. Die Testgebiete sind bis heute nicht gesäubert. (jh)
Frankreich entschädigt Atomopfer
Knapp fünfzig Jahre nach dem ersten französischen Atomwaffentest sollen die Opfer der Versuche entschädigt werden. Die Nationalversammlung in Paris billigte in erster Lesung ein Gesetz, das die Entschädigung der Veteranen und der betroffenen Bevölkerung in Algerien und in der Südpazifik regeln soll. (Quelle: ntv)
Links
- Wiegel M: Frankreich ließ Soldaten vorsätzlich verstrahlen, FAZ, 17.02.2010
- Tagesschau: Frankreich nutzte Soldaten als "Versuchskaninchen", 16.02.2010
