
Aktuelle Nachrichten zu Atomwaffen
Obama bereit zu Abrüstungsgesprächen

„Wir können mit fester Überzeugung sagen, dass wir mehr Atomwaffen haben als nötig“, sagte gestern Barack Obama auf dem zweiten internationalen Gipfel für nukleare Sicherheit in Seoul. Damit hat er sicher recht. Denn jede Atomwaffe, die es gibt, ist eine zu viel. Rund drei Jahre nach seinem „Prager Versprechen“, eine atomwaffenfreie Welt anzustreben, bekräftigte US-Präsident Obama seine Absicht und kündigte für den Mai Gespräche mit dem designierten russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin an. Darin soll über weitere nukleare Abrüstungsmaßnahmen beraten werden.
IAEO: Iran baut Urananreicherung massiv aus
SZ: «Iran plant nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde seine Urananreicherung massiv auszubauen. Die Zahl der Zentrifugen in der Anlage Natans hätten sich vervielfacht. Teheran weist die Informationen als falsch zurück - weigert sich aber, den IAEA-Experten Auskunft über eine mögliche militärische Dimension seines Programms zu erteilen.»
Ein Krieg mit dem Iran ist vermeidbar

Gastbeitrag von Andreas Buro in der Frankfurter Rundschau: "Der Westen muss seine auf Regimewechsel gerichtete Politik ändern. Ein Nichtangriffspakt ist zu schließen, über die Atomfrage offen zu diskutieren."
USA wollen Zahl der Atomwaffen drastisch reduzieren

Welt: Die US-Regierung erwägt eine Verkleinerung ihres Atomwaffenarsenals. Im Gespräch ist eine mögliche Reduzierung um bis zu 80 Prozent. Mit dem Schritt würde Präsident Obama sein Ziel einer atomwaffenfreien Welt verfolgen, das er 2009 verkündet hatte.
Konferenz über atomwaffenfreie Zone eine Priorität
IDN: "Der Präsident der UN-Vollversammlung (UNGA), Nassir Abdulaziz Al-Nasser, ist fest entschlossen, die für dieses Jahr geplante internationale Konferenz über eine atomwaffenfreie Nahostregion einzuberufen. "
Ein Jahr Neuer Start: US betont Effektivität
RIA Novosti: "In dem seit dem Inkrafttreten des Abkommens über die Reduzierung der strategischen Offensivwaffen (Start 3) verstrichenen Jahr haben Russland und die USA 1 800 Mal einander über Bewegungen ihrer Kernwaffen und der entsprechenden Trägermittel informiert, heißt es in einer Mitteilung des US-Außenamtes, die dem ersten Jahrestag des Beginns der Umsetzung dieses Dokuments gewidmet ist."
Indien will Vorreiterrolle für eine atomwaffenfreie Welt übernehmen

Laut In-Depth News hat die indische Regierung vor, bei den weltweiten Abrüstungsbemühungen die Führung zu übernehmen. Dafür spricht eine Reihe von Maßnahmen, die die Voraussetzungen für die Umsetzung eines Aktionsplans schaffen sollen, den der ehemalige indische Ministerpräsident Rajiv Gandhi vor mehr als 20 Jahren vorgestellt hatte.
Ischinger fordert Abzug von Atomwaffen
Stern: "Noch immer sollen in Deutschland strategische Atomwaffen stationiert sein - Relikte aus dem Kalten Krieg. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, hat am Donnerstag deren Abschaffung gefordert. Es gebe keine militärische Begründung mehr dafür."
Experten decken Schluderei mit Atomwaffen auf
Spiegel: "Der amerikanische Think-Tank 'Nuclear Threat Initiative' hat sich in einer Studie mit der Sicherheit des weltweit verbreiteten, atomwaffenfähigen Materials befasst. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten Staaten, die atomwaffenfähiges Material besitzen, dieses nicht ausreichen schützen."
Deal mit USA auf Eis gelegt
Die Nachrichtenagentur AP meldete, die USA würden in den kommenden Tagen eine Lieferung von 240 000 Tonnen Nahrungsmitteln an das ausgehungerte Nordkorea bekannt geben. Im Gegenzug könnte das Regime in Pjöngjang einem Abkommen über die Aussetzung seines umstrittenen Programms zur Urananreicherung zustimmen. Doch nach dem Tod Kim Il-Jung ist das weitere Vorgehen unklar. Der Deal liegt auf Eis.
"Jars"-Rakete im Betrieb genommen
Stimme Russlands: "In Russland hat das erste Regiment der modernsten Interkontinentalraketen „Jars“ den Dienst im Diensthabenden System übernommen. Die RS-24 „Jars“, deren NATO-Codename „SS-27“ lautet, ist eine ballistische Interkontinentalrakete aus russischer Produktion mit Feststoffantrieb und mobiler Raketenstartrampe."
Moskau fordert Abzug taktischer US-Atomwaffen aus Europa
Standard: «Nach Inkrafttreten des atomaren Abrüstungsvertrags zwischen Washington und Moskau hat Russland die USA auch zum Abzug ihrer taktischen Nuklearwaffen aus Europa aufgefordert. Dies würde noch mehr Vertrauen schaffen, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.»
Links
- Krüger P-A: Iran soll Zünder für Atombombe getestet haben, SZ, 14.04.2012
- Zumach A: Iran will offenbar deeskalieren, taz, 13.04.2012
- Knaul S: Israels Atombomben, das offene Geheimnis, die presse.com, 13.04.2012
- Mellenthin K: Die "letzte Chance", jw, 10.04.2012
- Nassauer O: Was ist dran an Grass' Kritik? PNN, 04.04.2012
- Brost T und Junker D: Debatte um Zukunft des Fliegerhorstes Büchel, Volksfreund, 21.03.2012
- Broszka M, Meier O und Neuneck G: Sieben Schritte auf dem Weg zu einer friedlichen Lösung des Atomkonflikts mit dem Iran, HSFK-Stellungnahme, 05.03.2012
- Zumach A: Die Propaganda der Republikaner wirkt, taz, 27.02.2012
- Nassauer O: How much is enough? taz, 15.02.2012
Die Doomsday Clock zeigt Fünf vor Zwölf
Das Bulletin of the Atomic Scientists hat die Doomsday Clock (Atomkriegsuhr) als Reaktion auf fehlende Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung, fehlende Maßnahmen gegen den Klimawandel und zunehmende internationale Spannungen auf fünf Minuten vor zwölf, um eine Minute vorgestellt. Vor zwei Jahren war die Uhr zuletzt um eine Minute zurückgestellt worden, weil das neue START Abkommen und Obamas Bekenntnis zur nuklearen Abrüstung Anlass zur Hoffnung gaben. Dieser Trend hat sich nach Ansicht des Bulletin of the Atomic Scientists in vielen Fällen nicht fortgesetzt oder sogar umgekehrt.
Eine Delegationsreise der IAEO zu verschiedenen iranischen Atomanlagen ist am 21. Februar ergebnislos beendet worden. Den Atomkontrolleuren wurde der Zugang zur Militäranlage Parchin verweigert. Die IAEO vermutet, dass die Anlage für Nuklearwaffenversuche benutzt wird.
Die USA und Nordkorea haben vereinbart, dass Nordkorea die Entwicklung von Atomwaffen und das Raketenprogramm einfriert. Im Gegenzug sicherten die USA zu, 240.000 Tonnen Lebensmittel an Nordkorea zu liefern.
US-Verteidigungsminister Panetta und Geheimdienstdirektor Clapper verkünden stellvertretend für die 16 US-Nachrichtendienste, sie sähen keine Hinweise darauf, dass die Islamische Republik entschieden habe, Atomwaffen zu entwickeln.
Die IAE0 hat am 8. November 2011 einen Bericht über das Atomprogramm des Irans veröffentlicht. Dieser Bericht erregte weltweit Aufsehen, weil er, anders als alle Berichte zuvor, unmittelbar auf eine mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms eingeht. 

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy soll laut Le Figaro einen Präventivangriff gegen iranische Nuklearanlagen als mögliche Antwort auf Irans vermeintliches geheimes Atomwaffenprogramm in Aussicht gestellt haben.
