Marschall-Inseln

engl.: Marshall Islands

Die Marschallinseln sind eine Gruppe von 5 Inseln, 31 weit auseinander liegenden Korallenatollen und über 1000 kleineren Inseln und Riffen. Der Name der Inseln geht zurück auf den britischen Kommandanten der »Scarborough«, Kapitän John Marshall, der 1788 die Inseln erstmals kartographisch erfasste.

Die USA haben zwischen 1946 - 1962 insgesamt 106 Atomtests auf den Marschallinseln im Pazifik durchgeführt. Im Jahre 1946 wurden die ersten Tests auf dem Bikini-Atoll durchgeführt. Im Vorfeld der Tests musste die Bevölkerung das Atoll verlassen und wurde in dem Glauben gelassen, nach Beendigung der Tests wieder auf ihre Heimatinseln zurückkehren zu können.

Nach zwei Explosionen auf dem Bikini-Atoll wurden auch auf anderen Inseln in der Umgebung Atomtests durchgeführt. Als sicher kann heute gelten, dass die Tests zu erheblichen Umweltschäden auf den Inseln, Lagunen und Atollen geführt haben. Im Pazifik-Atoll Eniwetok soll gar eine kleinere Insel infolge eines Atomtests regelrecht "verdampft" und damit für alle Zeit verschwunden sein.
Die Fallouts nach Atomexplosionen verseuchten die Bewohner der umliegenden Inseln und Atolle vor allem bei widrigen Windverhältnissen. In einigen Fällen war die Verstrahlung der Bevölkerung so groß, dass diese evakuiert werden musste. Die Langzeitfolgen für die Gesundheit der Bewohner waren immens:Viele Menschen starben nach einigen Jahren an Krebs und Leukämie.

Ende der 60er Jahre forderten die Bewohner des Bikini-Atolls, die seit 1946 im Exil lebten, die Rückkehr auf ihre Heimatinsel. Die amerikanische Regierung gab daraufhin die Anweisung, das Atoll wieder bewohnbar zu machen. Die Sicherheit der Bewohner freilich konnte man nicht gewährleisten. 1972 konnten die Mikronesier nur unter großen Belastungen zurückkehren. U.a. mussten die Bewohner in den nächsten Jahren zu einem Großteil mit importierten Lebensmitteln versorgt werden, weil sie auf die Produkte vor Ort aufgrund der hohen Strahlenbelastung nicht zurückgreifen konnten. Im Jahre 1978 war es notwendig geworden, die Bewohner erneut zu evakuieren. Eine groß angelegte Dekontaminierungsmaßnahme wurde angekündigt und in die Wege geleitet. Bis heute werden ihre Entschädigungsforderungen von den USA nicht anerkannt. (Quelle: www.glasnost.de)

Bearbeitungsstand: Mai 2007

Stichworte: Bikini-Atoll

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