Lop Nor

Lop Nor ist ein chinesisches Atomtestgelände in der Wüste Gobi, ca. 265 Kilometer südöstlich von Urumqi in der Region Xinjiang. Hier wurden bis Juni 1994 insgesamt 42 Atomtests, davon 23 oberirdische und 19 unterirdische Tests durchgeführt. Der erste Atomwaffentest erfolgte 1964. Bis zum Jahr 1980 wurden ausschließlich oberirdische Explosionen durchgeführt. Über die Folgen der Atomtests in China gibt es kaum Informationen. Von daher kann man über Auswirkungen möglicher Fallouts, die Zahl des an den Tests teilnehmenden Personals, über Dosiswerte der Downwinds oder sog. »Ausbläser«, die nach unterirdischen Atomtests auftreten können, nur spekulieren. Das Testgelände Lop Nor hat ungefähr die Größe der ehemaligen DDR und ist nicht bewohnt.

Während der Tests soll es einmal Tote gegeben haben. In der Umgebung des Testgeländes soll eine regelrechte Krebsepidemie unter der Bevölkerung grassieren. Von Seiten der betroffenen Bevölkerung soll es zudem Demonstrationen gegen die enorme Zunahme von Krebserkrankungen gegeben haben. Diese Proteste sind von staatlicher Seite mit dem harten Eingreifen des Militärs beendet worden. Wie in den meisten Testgebieten auf der Erde ist auch in China von den Atomtests eine Minderheit besonders betroffen, das in der Autonomen Region Xinjiang lebende Volk der turkmenischen Uiguren.

Es gibt auch Mutmaßungen über auf chinesische Atomwaffentests zurückzuführende Fallouts in weit entfernten Gegenden, z.B. in den USA im Jahr 1976. (Quelle: www.glasnost.de)

Bearbeitungsstand: Februar 2007

siehe auch: Fallout

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