
Kasachstan
Kasachstan war neben Russland, Weißrussland und der Ukraine eine der vier ehemaligen Sowjetrepubliken, auf deren Territorium nach Auflösung der Sowjetunion Kernwaffen stationiert waren. Nach Erlangung der Unabhängigkeit befand sich im Herbst 1991 auf dem Territorium Kasachstans das viertgrößte Atomwaffenarsenal der Welt. Zudem erbte die Republik die gesamte Produktionsindustrie sowie die wissenschaftliche Forschungsbasis für die Produktion und Modernisierung von Atomwaffen. Das wichtigste strategische Objekt war das Atomwaffentestgelände Semipalatinsk, das zweitgrößte Atomtestgelände der Welt. Im Gebiet Semipalatinsk wurden zwischen 1949 bis 1989 auf einer Fläche von 18.000 km² ca. 500 Kernwaffentests durchgeführt.
Mit der Ratifizierung des Atomwaffensperrvertrags im Jahr 1993 wurde die Basis für den Abzug der Atomwaffen aus Kasachstan geschaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, mussten alle in Kasachstan stationierten Kernwaffen an Russland übergeben werden. Dieser Vorgang wurde 1995 erfolgreich abgeschlossen. (LL)
Bearbeitungsstand: Oktober 2011
siehe auch: Atomwaffensperrvertrag
siehe auch: Semei-Vertrag
siehe auch: Semipalatinsk-Atomwaffentestgelände