Dimona

Dimona bezeichnet das israelische Atomwaffen-Forschungszentrum. Israel besitzt das größte und am höchsten entwickelte nukleare Arsenal außerhalb der fünf offiziell anerkannten Atomwaffenstaaten. Der Kern des Atomwaffenprogramms befindet sich im Negev Atomforschungszentrum in der Nähe des Wüstenortes Dimona und wird daher meistens als »Dimona« bezeichnet. Hier werden alle Atommaterialien hergestellt. 2.700 Arbeiter sind im Dimona-Komplex in neun Gebäuden (Machon) beschäftigt. Machon-1 ist der Reaktor mit einem 30 Meter hohen silbernen Dom. Über Machon-2 gibt es viele Informationen, weil Mordechai Vanunu dort arbeitete. Vanunu ist der israelische Atomtechniker, der 1986 einer britischen Zeitung geheime Informationen über das israelische Atomprogramm lieferte und dafür danach 17 Jahre in Haft saß. Die oberirdischen Gebäude von Machon-2 scheinen harmlos zu sein: Büros, eine Kantine, Lager usw. Der unterirdische Bau allerdings hat sechs Ebenen, die eine Plutoniumtrennungs- und eine -herstellungsanlage und eine Fabrik für Bombenkomponenten enthalten. Die Trennungsanlage befindet sich in einer Halle, die über vier Ebenen reicht. Eine Herstellungsphase dauert 34 Wochen lang und findet einmal im Jahr statt. Ansonsten bleibt die Anlage geschlossen. In Machon-8 und -9 wird Uran mit Zentrifugentechnologie oder Laserisotopentechnologie angereichert. Die anderen Gebäude enthalten Anlagen für die Herstellung von Brennelementen, für Urankonversion, für Müllverarbeitung, für die Herstellung von Munition mit abgereichertem Uran usw. Das Tritium für die Erhöhung der Explosivkraft der Atombombe wird auch im Dimona hergestellt. Israel lieferte zwischen 1977 und 1979 30g Tritium an Südafrika.

Weitere Informationen sind entweder Spekulationen, Annahmen oder Schätzungen aufgrund der Mengen und des Typs von Spaltmaterialien, die Israel hergestellt hat. So ist es unmöglich einzuschätzen, wie viele Atomwaffen Israel heute tatsächlich besitzt und welchen Typs sie sind. Dennoch gibt es viele glaubwürdige Berichte über Atomtests in der Negev-Wüste und die Beteiligung Israels an den Atomtests von Frankreich und Südafrika. Aus israelischen Quellen wurde zudem bekannt, dass es sich bei drei von diesen Tests um miniaturisierte atomare Artilleriegranaten und Raketen mittlerer Reichweite handele. Man schätzt, dass Dimona vier bis fünf Sprengköpfe pro Jahr herstellt. Der jetzige Bestand besteht vor allem aus taktischen Atomwaffen, die im Nahen Osten eingesetzt werden könnten - darunter Neutronenbomben, die mit hoher Gammastrahlung und wenig Sprengwirkung mehr auf Menschen als auf Gebäude zielen. Zu den Waffen sollen auch ballistische Raketen und Bomber, Cruise Missiles, Landminen und Artilleriegeschosse gehören.

Bearbeitungsstand: März 2007

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