
Atomteststoppvertrag, umfassender
engl.: Comprehensive Test Ban Treaty (CTBT)
Der Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen wurde durch eine mehrheitliche Abstimmung am 10. September 1996 in der UN-Vollversammlung (UN Res 50/245) angenommen, nachdem keine einstimmige Verabschiedung in der Genfer Abrüstungskonferenz erreicht werden konnte. Indien, Bhutan und Libyen stimmten dagegen. Allerdings kann der Vertrag erst in Kraft treten, wenn ihn 44 im Annex 2 des Vertrages namentlich aufgeführte Staaten ratifiziert haben.
Der Vertrag verbietet jegliche Art von Atomwaffentests als auch alle anderen Formen von Nuklearexplosionen. Er soll damit der Entwicklung neuer Arten von Atomwaffen ein Ende setzen, und die Weiterentwicklung von Atomwaffen beschränken, sowie die Entwicklung von Atomwaffen durch neue Staaten erschweren.
Neben dem Testverbot ist im Vertrag die Einrichtung eines internationalen Überwachungssystems (International Monitoring System, IMS) geregelt, damit die Vertragserfüllung auch überprüft werden kann. Obwohl der Vertrag nicht in Kraft getreten ist existiert bereits heute der Vorbereitungsausschuss der CTBT-Organisation (CTBTO Prep Com). Die umfangreiche Website der CTBTO informiert über die Arbeit der Kommission. Hier ist sowohl das Netz der aktiven wie im Aufbau befindlichen Monitoring-Stationen zu finden wie auch die verwendeten Verifikationstechnologien (Hydroakustik, Infraschall, Radionuklide und Seismik). Die CTBTO Prep Com hat das Mandat, das International Monitoring System (IMS) aufzubauen und ein Provisional Technical Secretariat (PTS) in Wien zu unterhalten. Das PTS hat seine Arbeit bereits aufgenommen, ist also bereits vor Inkrafttreten des Vertrags aktiv. Durch das Netz von 321 Messstationen (von denen bereits über 60 Prozent in Betrieb sind) und 16 Laboratorien hat die CTBTO schon heute die Fähigkeit, selbst kleinere unterirdische Nukleardetonationen weltweit nachzuweisen. Das International Data Center analysiert die Daten des IMS und erstellt Produkte, mit denen schon jetzt die Überwachung des Abkommens (Treaty Monitoring) möglich ist.
182 Staaten haben bisher den Vertrag unterschrieben, davon haben ihn 151 ratifiziert. Von den in der Annex 2 aufgeführten Staaten, haben 35 den Vertrag ratifiziert. Die neun Staaten, deren Ratifizierung für ein Inkrafttreten des Vertrags noch notwendig ist, sind die Folgenden: Ägypten, China, Indien, Indonesien, Iran, Israel, Nordkorea, Pakistan und die USA.
Indien, Nordkorea und Pakistan haben den Vertrag ebenfalls noch nicht unterzeichnet.
Eine Konferenz zur Ermöglichung des Inkrafttretens des Vertrages, auch als Artikel-XIV-Konferenz nach dem relevanten Vertragsartikel bekannt, findet alle zwei Jahre statt. Die nächste findet 2011 statt. (Quellen: armscontrol.de; Auswärtiges Amt; xh)
Bearbeitungsstand: April 2010