
Die Weltuntergangsuhr zeigt:
Sechs Minuten vor Zwölf
Chronik der nuklearen Bedrohung seit 1947
- 2010 sechs Minuten vor Zwölf
- 2007 fünf Minuten vor Zwölf
- 2002 sieben Minuten vor Zwölf
- 1998 neun Minuten vor Zwölf
- 1995 vierzehn Minuten vor Zwölf
- 1991 siebzehn Minuten vor Zwölf
- 1990 zehn Minuten vor Zwölf
- 1988 sechs Minuten vor Zwölf
- 1984 drei Minuten vor Zwölf
- 1981 vier Minuten vor Zwölf
- 1980 sieben Minuten vor Zwölf
- 1974 neun Minuten vor Zwölf
- 1972 zwölf Minuten vor Zwölf
- 1969 zehn Minuten vor Zwölf
- 1968 sieben Minuten vor Zwölf
- 1963 zwölf Minuten vor Zwölf
- 1960 sieben Minuten vor Zwölf
- 1953 zwei Minuten vor Zwölf
- 1949 drei Minuten vor Zwölf
- 1947 sieben Minuten vor Zwölf
Quelle: Bulletin of Atomic Scientists
2010
Sechs Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird eine Minute zurück gestellt. Ein neuer politischer Wille besteht, die Gefahren durch Atomwaffen und Klimawandel abzuwenden. Die Regierungen in Russland und den USA verhandeln eine weitere Reduzierung der Atomwaffen. Die Klimakonferenz in Kopenhagen signalisierte trotz mangelnder verbindlicher Regelungen, dass die Staaten eine Verringerung der Treibhausgase anstreben.
2007
Fünf Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird zwei Minuten vorgestellt. Die Welt steht an der Schwelle eines zweiten Nuklearzeitalters. Ein Atomkrieg zwischen den USA und Russland könnte immer noch in Minuten ausgelöst werden. Nordkorea führte einen Atomtest aus und Iran wird verdächtigt, Atomwaffen erwerben zu wollen. Der Klimawandel wird erstmalig als globale Bedrohung erkannt.
2002
Sieben Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird zwei Minuten vorgestellt. Angst vor einem terroristischen Nuklearangriff wächst. Die USA wollen neue Atomwaffen entwickeln, die vor allem unterirdische Ziele zerstören können. Zudem tritt Washington vom Anti-Raketenabwehr-Abkommen (ABM) zurück und distanziert sich von anderen Rüstungskontrollverträgen.
1998
Neun Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird fünf Minuten vorgestellt. Indien und Pakistan werden Atommächte. Innerhalb von drei Wochen führen beide Länder 12 Atomtests durch. Diese Tests werden als Mangel des internationalen Willens, die Verbreitung der Atomwaffen einzudämmen, bewertet. Die USA und Russland sind nach wie vor schlechte Vorbilder für die Welt, mit mehr als 7000 Atomsprengköpfen fertig zum Abschuss innerhalb von 15 Minuten.
1995
Vierzehn Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird drei Minuten vorgestellt. Hoffungen auf eine große Friedensdividende nach dem Ende des Kalten Krieges verblassen. Vor allem in den USA ändert sich die Rhetorik der nuklearen Hardliner nicht. Die Reduzierung der Arsenale weltweit verlangsamt sich, es gibt immer noch über 40.000 Atomwaffen. Die Angst vor der Abzweigung von Nuklearmaterialien durch Terroristen wächst.
1991
Siebzehn Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird sieben Minuten zurück gestellt. Der Kalte Krieg ist vorbei. Die USA und Russland vereinbaren tiefe Einschnitte in ihren Atomwaffenarsenalen. In beiden Ländern werden viele der Raketen und Bomber nicht mehr auf Höchstbereitschaft gehalten.
1990
Zehn Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird vier Minuten zurück gestellt. Osteuropa befreit sich von sowjetischer Kontrolle und Generalsekretär Gorbatschow interveniert nicht. Die Berliner Mauer ist gefallen. Damit ist der ideologische Kampf um Europa beendet und die Gefahr des Atomkrieges deutlich verringert.
1988
Sechs Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird drei Minuten zurück gestellt. Die USA und Sowjetunion vereinbaren einen Vertrag über Mittelstreckenraketen, der eine komplette Atomwaffenkategorie eliminiert. Reagan und Gorbatschow setzen damit den Wunsch der Bevölkerung in Westeuropa um. Über Jahre galt Europa wegen der Mittelstreckenraketen als potentielles Schlachtfeld in einem Atomkrieg.
1984
Drei Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird eine Minute vorgestellt. Die Beziehung zwischen den beiden Supermächten – die USA und Sowjetunion – erreicht einen Tiefpunkt. Jede Kommunikation wird abgebrochen und Verhandlungen über Rüstungskontrolle eingestellt. Die USA verfolgen eine Expansionspolitik im Weltraum, die die Angst vor einer neuen Rüstungsspirale weckt.
1981
Vier Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird drei Minuten vorgestellt. Der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan verschärft die Beziehungen zu den USA. Neben dem eher symbolischen Abzug der U.S.-amerikanischen Olympiamannschaft, wurde die Kriegsrhetorik, besonders unter Ronald Reagan, immer deutlicher.
1980
Sieben Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird zwei Minuten vorgestellt. 35 Jahre nach dem Beginn des Atomzeitalters betrachten die USA und die Sowjetunion ihre Waffen immer noch als wichtigen Bestandteil der nationalen Sicherheitspolitik. Das Bulletin gelangt zu der Überzeugung, dass die Atommächte „süchtig“ nach immer mehr Atomwaffen sind.
1974
Neun Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird drei Minuten vorgestellt. Indien testet einen atomaren Sprengsatz. Die USA und die Sowjetunion entfernen sich von ihren Rüstungskontrollabkommen und modernisieren ihre Atomwaffen u.a. durch die Einführung der „Mehrfachsprengköpfe“.
1972
Zwölf Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird zwei Minuten zurück gestellt. Der Vertrag zur Begrenzung der strategischen Waffen (SALT) und das Anti-Raketenabwehr Abkommen werden unterzeichnet. Die Verträge zielen auf die Begrenzung von strategischen Atomwaffen bzw. auf den Verzicht auf umfassende Abwehrmaßnahmen ab.
1969
Zehn Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird drei Minuten zurück gestellt. Fast die gesamte Welt kommt 1969 zusammen um den nuklearen Nichtverbreitungsvertrag zu unterzeichnen. Der Vertrag stellt eine Art „Tauschgeschäft“ dar, in dem die Nichtkernwaffenstaaten Zugang zu friedlicher Atomtechnik bekommen und gleichzeitig auf den Erwerb von Atomwaffen verzichten. Die Atomwaffenstaaten versprechen, ihre Waffen abzurüsten, sollten es die Umstände erlauben. Obwohl Indien, Israel und Pakistan die Unterschrift verweigern, ist das „Bulletin“ vorsichtig optimistisch.
1968
Sieben Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird fünf Minuten vorgestellt. Regionale Kriege brechen in Asien und dem Nahen Osten aus. Die USA sind in Vietnam verstrickt, Indien und Pakistan sowie Israel und arabische Staaten kämpfen gegeneinander. Darüber hinaus steigt durch die französischen und chinesischen Atomtests die Zahl der Atommächte. Das Bulletin beklagt die Ideenlosigkeit im Kampf gegen die Gefahren der atomaren Anarchie.
1963
Zwölf Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird fünf Minuten zurück gestellt. Nach jahrzehntelangen Atomtests wird der „begrenzte Atomteststoppvertrag“ unterzeichnet. Damit werden alle Tests in der Atmosphäre verboten. Obwohl unterirdische Tests weiterhin erlaubt sind, bremst der Vertrag den Rüstungswettlauf und zeigt, dass die Supermächte kooperieren wollen.
1960
Sieben Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird fünf Minuten zurück gestellt. Die politische Praxis straft das Konzept der „massiven Vergeltung“ Lügen. Zum ersten Mal soll die Gefahr eines Atomkrieges durch die Entspannungspolitik zwischen Washington und Moskau reduziert werden. Beide Staaten wollen eine direkte Konfrontation vermeiden, die durch Konflikte, wie die Suez-Krise, entstehen könnten. Vertrauensbildende Maßnahmen, an denen auch Wissenschaftler beteiligt sind, tragen zur weiteren Entspannung bei.
1953
Zwei Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird eine Minute vorgestellt. Nach einer langen Debatte entschließen sich die USA zum Bau der Wasserstoffbombe, einer weitaus zerstörerischen Waffe. 9 Monate später zieht die Sowjetunion nach und testet ihre eigene Wasserstoffbombe. Die Weltuntergangsuhr tickt weiter in Richtung Mitternacht.
1949
Drei Minuten vor Zwölf
Die Uhr wird vier Minuten vorgestellt. Die Sowjetunion testet ihre erste Atombombe. Obwohl kein Atomkrieg unmittelbar zu befürchten ist, zeigen sich die Herausgeber des „Bulletins“ zutiefst besorgt über den bevorstehenden Rüstungswettlauf und warnen die Bevölkerung vor ernsten Entscheidungen.
1947
Sieben Minuten vor Zwölf
Die Weltuntergangsuhr erscheint zum ersten Mal auf dem Cover des „Bulletin of the Atomic Scientists“. Sie symbolisiert die Gefahr eines Atomkrieges und versucht, Politiker und Weltöffentlichkeit daran zu erinnern.
Links:
- Lehmacher, Stefan: Sechs Minuten vor zwölf, ZDF heute.de, 14.01.2020
- heise online: Weltuntergangsuhr weiter vorgestellt, 18.01.2007